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14. August 2014 15:15 Uhr

Präsident Broemme besucht Schopfheim

THW-Räume nicht mehr zeitgemäß

Den Besuch des Präsidenten des Technischen Hilfswerks (THW) Deutschland nutzte das Schopfheimer THW, um die Raumnot anzusprechen.

SCHOPFHEIM. "Der liebe Gott und andere Mächte sorgen dafür, dass wir genug zu tun haben", sagte Albrecht Broemme und hatte dabei nicht zuletzt die Helfer beim Hochwassereinsatz im Raum Magdeburg im Jahr 2013 im Visier, zu deren Ehrung er am Mittwoch in seiner Eigenschaft als Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) in Deutschland zum Ortsverband in die Grienmatt nach Schopfheim gekommen war.

Im gleichen Atemzug machte Broemme klar, dass Hilfen wie die nach der Flutkatastrophe im Osten nur möglich sind, wenn Ausrüstung und Behausung in den Ortsverbänden den steigenden Anforderungen entsprechen. Und das, so Albrecht Broemme, sei "hier nicht der Fall, obwohl ich noch deutlich schlechtere Immobilien des THW gesehen habe."

Landrätin Marion Dammann, Bürgermeister Christof Nitz, der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, der THW-Landesbeauftragte Stephan Bröckmann, Landeshelfersprecher Walter Nock, der Chef des THW-Geschäftsführerbereichs Freiburg, Brunhard Grothe, der frischgebackene Schopfheimer Feuerwehrkommandant Lutz Hofer und nicht zuletzt die rund 40-köpfige Helferschar des THW Schopfheim sorgten bei diesem einmaligen oder zumindest sehr seltenen Besuch aus Bonn für den passenden Rahmen.

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Und den hatte natürlich auch der Ortsbeauftragte Sebastian Pfeifer genutzt, um auf eines der drängendsten Probleme des Ortsverbandes zu erinnern: die Unterkunft der (über-)örtlichen Einsatztruppe, die 40 Aktive und 20 Jugendliche zählt, seit 1952 besteht und 2006 die jetzt doch sehr in die Jahre gekommenen und ganz sicher nicht mehr zeitgemäßen Räumlichkeiten bezog. Die, so Pfeifer, seien neben der Ehrung verdienter Helfer im Ehrenamt einer der Gründe für Albrecht Broemmers Abstecher ins Wiesental.

"Alles braucht seine Zeit. Auch das wird die Sache nicht beschleunigen."

THW-Präsident Albrecht Broemme, als der Sturm an den Türen rüttelte
Seit drei Jahren werde an Umzugsmöglichkeiten gefeilt. Der Umzug sei derzeit im Jahr 2016 geplant. Und das hält Broemme, der sich allerdings nicht festlegen wollte, für "durchaus realistisch." Jedenfalls laufen Gespräche mit den zuständigen Gremien und Personen in Bund und Land auf Hochtouren, versicherte der THW-Präsident, während ein Sturm an den Grundfesten der THW-Behausung rüttelte und den Redner zu der schlagfertigen Bemerkung veranlasste: "Alles braucht seine Zeit. Auch das wird die Sache nicht beschleunigen." Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich in Deutschland und in der Markgrafenstadt weiterhin Menschen finden, die bereits sind, sich im THW unter anderem auch in der Jugendarbeit zu engagieren. "Wenn wir das schaffen, sind wir auch in Zukunft gut aufgestellt", betonte Albrecht Broemme, der seine Helfer überall in den Krisenregionen der Welt, vor allem in Sachen Wasserversorgung, Trinkwasseruntersuchungen und Abwasserbeseitigung im Einsatz weiß und engagiert um Verständnis für die unfassbaren Flüchtlingsdramen warb, die sich in diesen Regionen abspielen. Auf humanitäre Hilfen jeder Art dürfe und könne nicht verzichtet werden.

Ehrungen: Mit der Fluthelfermedaille des Bundes und mit der Medaille des Landes Brandenburg wurden Daniel Grunwald, Markus Stibi, Steffen Puls, Thomas Lenz, Manfred Heuberger, Dominik Kroboth, Julian Faller, Simon Gerstner, Sebastian Pfeifer Tino Sieg und Johannes Leisinger ausgezeichnet. Sie haben, so Sebastian Pfeifer, "im Einsatz oder hier vor Ort viel Herzblut und noch mehr Zeit in die Aufgabe investiert, Hochwasser- und Wetterschäden zu beseitigen sowie weitere zu verhindern und im Übrigen gelerntes und geübtes Wissen zum Wohl der Menschen in den betroffenen Gebieten eingesetzt."

Autor: Hans-Jürgen Hege