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07. Februar 2012
Von Natur aus aktiv
Die Ortsgruppe Schopfheim der Naturfreunde besteht seit nunmehr 90 Jahren.
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Ernst Jost ehrte Erika Thoma für 40 Jahre Mitgliedschaft bei den Naturfreunden. Foto: Monika Weber
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Der Vorstand der Schopfheimer Naturfreunde mit seinen teils neuen Gesichtern (v.l.): Brigitte Trefzer (Beisitzer), Christel Kaiser (Schriftführerin), Jörg Gsellinger (Wanderwart), Anneliese Dondorf (Beisitzer), Ernst Jost (zweiter Vorsitzender) und Maria Bahlo (Kassiererin). Foto: Monika Weber
SCHOPFHEIM. Auf ein reges Vereinsjahr können die Schopfheimer Naturfreunde zurückblicken – aber auch auf eine mittlerweile 90 Jahre zurückreichende Gesichte. Die Ortsgruppe kann also Jubiläum feiern, was Bezirksvorsitzender Hartmut Heise bei der Generalversammlung am Samstag zu einem Rückblick nutzte.
Nach der Eintragung ins Vereinsregister 1923 erwarb die Ortsgruppe 1924 das Naturfreundehaus bei Herrischried-Stehle, das 1945 jedoch abbrannte. 1933 war die letzte Generalversammlung bis zur Neugründung 1946. Bis 1967 gab es sogar eine sehr große Kinder- und Jugendgruppe. 1982 begann man mit der Altpapiersammlung, mit deren Einnahmen vieles möglich wurde und indirekt den Bürgern in Form von Ruhebänken, Nistkästen und Biotoppflege wiedergegeben wird. 1989 bis 2005 wurde das Biotop Krattental von den Naturfreunden gepflegt. Mittlerweile wird es durch die Rückhaltemaßnahmen bei Hochwasser überflutet. 1994 übernahmen die Naturfreunde die Patenschaft für einen Abschnitt des Floßkanals. Seit Januar 2004 wird der Vereinsraum in der Dr.-Max-Metzger Schule gemeinsam mit dem Schwarzwaldverein genutzt.Werbung
Im Jahr 2011 fanden 24 Wanderungen, Radtouren und Ausfahrten statt, an denen durchschnittlich 15 Personen teilnahmen. Höhepunkt war die Wanderwoche in Mecklenburg unter Leitung von Christel Kaiser und Katharina Bachmann. Wanderkönigin wurde Katharina Bachmann, die mit 16 Teilnahmen den Bergkristall-Wanderpokal und ein Fotobuch erhält, 15 Mal wanderte Christel Kaiser mit, Maria Bisser war 14 mal dabei. Es gab zwei Springkraut-Rupfaktionen am Mäusebach sowie an der Wiese bei Fahrnau. Auch politisch haben sich die Naturfreunde engagiert, wie etwa bei der Mahnwache auf dem Marktplatz gegen Kernkraft nach der Katastrophe in Fukushima. In diesem Zusammenhang gab es auch kontroverse Diskussionen beim Bezirks-Ausflug zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk in Atdorf. Auch positionierte sich der Verein eindeutig gegen die Massentierhaltung.
In Raitbach wurden 17 Nistkästen aufgehängt, von denen 14 bereits bewohnt waren. In einem Kasten fanden sich gar drei Lagen Nistmaterial, was die Wohnungsraumnot der Vögel zeige. Da die Raitbacher mit der Altpapiersammlung besonders zur Unterstützung der Naturfreunde beitragen, wurden dort auch einige Ruhebänke aufgestellt. Das Kinderferienprogramm, das in Maulburg und Schopfheim angeboten wurde, war sehr beliebt. Die Naturfreunde arbeiten eng mit dem Schwarzwaldverein und den elsässischen ONI (Oberrheinische Naturfreunde International) zusammen. Die Kasse wies ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr auf.
Für 2012 stehen wieder vielseitige Aktivitäten auf dem Programm, neben Wandertouren, Radtouren und Busausfahrten wird im Sommer wieder eine Wanderwoche veranstaltet. Stadtrat Artur Cremans vertrat die Stadtverwaltung und dankte den Naturfreunden besonders für die Pflege der Biotope, die als Ausgleich für Baumaßnahmen angelegt werden müssen, so dass die Stadt durch die ehrenamtliche Arbeit stark entlastet wird. Im Anschluss an die Generalversammlung gab es eine Wanderrückschau in Bildern, von Wanderwart Jörg Gsellinger zusammengestellt.
Wahlen: Katharina Bachmann wurde als erste Vorsitzende wiedergewählt, wegen Krankheit in Abwesenheit. Auch der 2. Vorsitzende Ernst Jost, Schriftführerin Christel Kaiser, Wanderwart Jörg Gsellinger und Seniorenwartin Waltraud Kuri wurden erneut bestätigt. Neue Beisitzer sind Anneliese Dondorf und Brigitte Trefzer. Maria Bahlo kündigte an, dass sie nur noch ein Jahr als Kassiererin zu Verfügung stehe. Marianne Keller soll in dieser Zeit eingearbeitet werden. Der bisherige Naturschutzwart Hartmut Heise stellte sich nicht mehr zur Wahl. Die Aufgaben des Naturschutzes sollen gemeinsam wahrgenommen werden. Für die nächste Kassenprüfung stellten sich Maria Bisser und Hannelore Schwochau zur Verfügung.
Ehrungen: Seit 40 Jahren ist Erika Thoma bei den Naturfreunden engagiert. Ihre Wurzeln hat sie in der Ortsgruppe Haltingen, die zum Jahresende 2011 aufgelöst wurde. Lange Jahre war sie erste Vorsitzende und auch mehrere Jahre Bezirksvorsitzende. Otto Faller wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Autor: Monika Weber


