Zukunft des Gesundheitswesens

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. September 2018

Schopfheim

Bürgermeisterkandidat Roland Matzker diskutiert mit Ärzten über Möglichkeiten der Versorgung.

SCHOPFHEIM (BZ). Roland Matzker, Bürgermeisterkandidat der Grünen und Unabhängigen, sieht sich nach einem Gespräch mit den Schopfheimer Ärzten Fritz Lenz, Thomas Weiß, Madeleine Blessing und Udo Schulte, als ärztlicher Niederlassungs- und Versorgungsexperte aus Binzen, darin bestätigt, die Zukunft des Schopfheimer Krankenhauses bereits jetzt zu planen und dabei neue Ideen und Konzepte mit einfließen zu lassen. "Die vorhandene Infrastruktur und die Lage im Mittelzentrum Schopfheim bieten Gestaltungsspielraum, den es für die Bürgerinnen und Bürger und für das Anwerben von jungen Ärztinnen und Ärzten zu nutzen gilt", ist sich Roland Matzker laut Pressemitteilung mit den Schopfheimer Ärzten einig.

Die Ärzte gehen davon aus, dass vermutlich bis Ende 2022 rund ein Drittel der Schopfheimer Ärzte altersbedingt aufhören werde. Die Suche nach einer Nachfolge sei mühsam. Zwei wesentliche Gründe liegen nach Einschätzung der am Gespräch teilnehmenden Ärzte in der Finanzierung und in der Organisation von Personal und Räumen für eine eigene Praxis. Dies und die grenznahe Lage zur Schweiz seien Gründe, warum junge Ärzte Ärztinnen keine eigene Praxis in Schopfheim gründeten.

An der grenznahen Lage zur Schweiz und dem attraktiven schweizer Gesundheitssystem lasse sich kommunalpolitisch nichts ändern. Die Möglichkeiten, jungen Ärztinnen und Ärzten bei der Finanzierung der Praxisräume und der Infrastruktur sowie bei der Organisation von Personal und bei den Verwaltungsabläufen zu unterstützen, aber sehr wohl, zeigte sich Roland Matzker überzeugt. Sollte er nächster Bürgermeister von Schopfheim werden, wolle er die Chancen und Möglichkeiten, die die Räume und die Lage des Schopfheimer Krankenhauses für die Menschen bieten, nutzen, heißt es in der Pressemitteilung. Er möchte Voraussetzungen schaffen, damit junge Ärztinnen und Ärzte in einem künftigen Ärztehaus oder medizinischen Versorgungszentrum im ehemaligen Schopfheimer Krankenhaus die medizinische Versorgung der Bevölkerung sichern wollen und können. Dieses Konzept würde zahlreiche Synergien bieten, um die finanziellen, personellen und räumlichen Ressourcen optimal einzusetzen. Konkrete Beispiele wären eine gemeinsame Anmeldung aller Ärzte im Haus mit modernen digitalen Möglichkeiten oder eine zentrale Röntgenabteilung.

Die Gesprächsrunde habe erbracht, dass das Schopfheimer Krankenhaus nicht zu einem bestimmten Datum – frühestens 2025, wenn das neue Kreisklinikum eröffnet werden solle – an die Stadt zurückgegeben werden solle. Man erwarte eine schrittweise, überschneidende Nutzung der Räume in Schopfheim. Die aktuelle medizinische Versorgung lasse aus Sicht der Ärzte kein Abwarten bis 2025 zu. Für Matzker sei klar: Es müsse jetzt gehandelt werden, falls möglich auch mit einem ersten Provisorium bis zur Krankenhaus-Übergabe an die Stadt.