Schüler streiken am Freitag

Simona Eftimova, Joshua Kocher und Joachim Röderer

Von Simona Eftimova, Joshua Kocher & Joachim Röderer

Do, 17. Januar 2019

Südwest

In Freiburg, Offenburg und vielen anderen Städten gibt es Proteste gegen die Klimapolitik.

FREIBURG/OFFENBURG. Tausende von Schülerinnen und Schülern werden am Freitagmorgen in fast 60 deutschen Städten auf die Straße gehen, um im Rahmen der Aktion "Fridays for Future" für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. In Südbaden wird es Kundgebungen in Freiburg und in Offenburg geben. Der Schulstreik führt in Freiburg zu einem Konflikt mit den Schulleitungen: Wer wegen der Demo dem Unterricht fernbleibt, muss mit Konsequenzen rechnen, haben die Schulen angekündigt.

Das von den Freiburger Schulen erlassene Streikverbot bremst die Organisatoren der Protestaktion jedoch nicht. Sie wollen die Aktion wie geplant durchziehen, erklärte auf BZ-Nachfrage Jesko Treiber, der Vorsitzende des Freiburger Schülerrates. Die Schüler würden die Konsequenzen tragen, welche die Schulen den Streikteilnehmern angedroht hätten, sagt er.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Schulen mit der Schulbehörde im Regierungspräsidium und diese wiederum mit dem Kultusministerium in Stuttgart abgesprochen. "Es gibt kein Streikrecht für Schüler, es gilt die Schulpflicht", erklärte Martin Rupp, der geschäftsführende Schulleiter der Freiburger Gymnasien. Auch sei es nicht möglich, dass Eltern ihre Kinder für die Demo vom Unterricht befreien. Welche Konsequenzen den Schülern drohen, wollte gegenüber der BZ keiner der befragten Schulleiter mitteilen. Es meldete sich auch eine Freiburger Gymnasiallehrerin, welche die offizielle Linie der Schulen kritisierte und angekündigte, am Freitag keine Anwesenheitsliste führen zu wollen.

In Freiburg treffen sich die Schülerinnen und Schüler morgens um 9 Uhr auf dem zentralen Platz der Alten Synagoge. Es gibt auch Unterstützung aus der Region: Denn auch an der Emmendinger Gewerbeschule GHSE haben schon einige Schülerinnen und Schüler angefragt, ob sie auf die Demo in Freiburg gehen dürfen. "Wir werden das am Donnerstag besprechen", sagt Christian Kienzle, der stellvertretende Schulleiter. Unklar sei vor allem, wie man sicherstellen kann, dass die Jugendlichen dann auch wirklich auf die Demo gehen. In Offenburg kommen die Aktivisten um 11 Uhr am Rathausplatz zusammen.

"Fridays for Future" wächst weltweit immer weiter. Gegründet hat die Bewegung die 15 Jahre alte schwedische Schülerin Greta Thunberg. Seit August 2018 sitzt sie immer freitags vor dem Parlament in Stockholm, um so Druck auf die Politiker zu machen.