Regelsbach

Anwohner klagen über laute Windräder

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Fr, 03. Juni 2016

Schuttertal

Seit einigen Wochen ragen elf neue Windkraftanlagen über den Kammhöhen im Schuttertal. Nun melden sich Anwohner und klagen über deren Lautstärke.

SCHUTTERTAL. Sieben Räder gehören zum Bürgerwindpark Südliche Ortenau, vier zum Windpark Kambacher Eck. Erste Erfahrungen mit Schallimmissionen wurden nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Anwohnern im Regelsbach laut. Sie fühlten sich besonders nachts gestört, so ihre Kritik. Bürgermeister Carsten Gabbert versprach, sich selbst ein Bild zu machen und das Problem zu prüfen: "Ich komme gerne – auch nachts."

Einige Bürgerinnen und Bürger, die im Regelsbach wohnen nahe dem Bürgerwindpark Südliche Ortenau, nahmen die Bürgerfragestunde als Gelegenheit, ihren Unmut über die Riesen äußern, die derzeit schon im Probebetrieb laufen. Der Windpark erstreckt sich vom Großen Grassert hin zum Totenruhplatz auf den Gemarkungen Seelbach, Ettenheim und Schuttertal. Gegenstand der Kritik waren störende Geräusche in der Nachtzeit, die ein Bürger als "permanentes Wummern" bezeichnete, das seine Kinder sogar zum Weinen bringe. Er unterstellte insbesondere Bürgermeister Carsten Gabbert und auch dem Gemeinderat, dass die vorausgehenden Bedenken der Windkraftgegner im Schuttertal niedergeschmettert worden seien.

Eine weitere Anwohnerin aus dem Regelsbach erklärte, dass die Lärmbelastung am Tag weniger bemerkbar sei, jedoch nachts mehr oder weniger stark, je nach Ausrichtung der Rotorblätter. Gabbert betonte nochmals, dass Verwaltung und Gemeinderat dem Windpark unter der Maxime zugestimmt haben, dass nach allen vorausgehenden Prüfungen die Grenzwerte eingehalten würden. "Wir haben nichts niedergeschmettert und gehen davon aus, dass die Schallimmission für die Menschen, die in der Nähe des Windparks wohnen, deutlich unter der Grenze liegen." Sollte dies nicht der Fall sein, dann könne etwas nicht stimmen, so seine Einschätzung. Gerne wolle er sich selbst davon ein Bild machen und in Begleitung der Gemeinderäte und verantwortlichen Vertretern nachts kommen. "Das müssen wir natürlich unbedingt prüfen. Es kann nicht sein, dass Sie nachts gestört werden. Und ich stehe hier als Bürgermeister ganz hinter Ihnen", versicherte er. Er wolle die Angelegenheit transparent machen und gegebenenfalls weitere Messungen seitens des Betreibers durch einen unabhängigen Gutachter veranlassen.

Letztlich einigte man sich dahingehend, den Termin vor Ort in zeitlicher Nähe zu realisieren. "Ich werde gleich die nötigen Schritte einleiten und die nötigen Personen kontaktieren", so die Zusage des Bürgermeisters.