Schuttertal, Steinach und Biberach im Dreiklang

Aufwind für Windpark am Kambacher Eck

bzl

Von bzl

Do, 20. März 2014 um 16:44 Uhr

Schuttertal

Wenn alles klappt wie von den Initiatoren erhofft, könnte der Windpark im Frühjahr 2015 gebaut werden. Am Donnerstagmorgen informierten sie über den Stand der Planungen und Windmessungen.

SCHUTTERTAL/STEINACH. Nach dem jetzigen Stand der Dinge steht einem Windpark am Kambacher Eck nichts im Wege. Diese Prognose haben die Verantwortlichen des gemeinsamen Projekts der Gemeinden Schuttertal, Steinach und Biberach gestern bei einem Pressetermin am künftigen Standort gegeben. Demnach könnte der Bau von vier Windkraftanlagen mit einer jeweiligen Gesamthöhe von 206 Metern auf dem Bergkamm bereits im Frühjahr des kommenden Jahres beginnen.

Die Zeichen stehen ganz auf Wind auf dem Standort Kambacher Eck, das ließen die derzeitigen Messungen der Windhöffigkeit vermuten. Diese und weitere Informationen gaben die Vertreter der Badenova und Ökostromgruppe, die als Partner und Betreiber auftreten, am Donnerstagmorgen im Steinacher Rathaus und danach vor Ort. Der Steinacher Bürgermeister Frank Edelmann und sein Schuttertaler Kollege Carsten Gabbert zeigten sich entspannt und zuversichtlich, dass die Windräder tatsächlich schon in einem Jahr ans Netz gehen könnten.

Die wichtigen Voraussetzungen wie die Flächensicherung, das Umweltverträglichkeitsgutachten oder die Prüfung der Zufahrt seien in trockenen Tüchern, erklärte der Geschäftsführer der Ökostromgruppe, Andreas Markowsky. Demnach ließen alle Voruntersuchungen darauf schließen, dass die Baugenehmigung im Herbst dieses Jahres zu erwarten sei.

Ob der Standort tatsächlich das prognostizierte Windpotential aufweist und entsprechend gute Erträge erwirtschaftet, werde letztlich die derzeitige Untersuchung der Windhöffigkeit anhand des Windmess-Systems LiDAR (Light detection and ranging) zeigen. Das unscheinbare und solarbetriebene Gerät, das einem geschlossenen Anhänger auf Rädern gleicht, steht seit Februar auf dem Höhenkamm am Kambacher Eck und misst bis Ende April mit einer sensiblen Lasertechnik (siehe Infobox). Laut dem Windatlas Baden-Württemberg betrage die Windhöffigkeit am Kambacher Eck die nötigen 6,5 Meter pro Sekunde in 140 Metern über Grund.

Kosten pro Anlage rund 4,5 Millionen Euro

Diese Daten seien aber lediglich ein Anhaltspunkt und kein Ersatz für seriöse Windmessung, gab Rod Poublon von Badenova-Wind zu verstehen. Deshalb bauten die Badenova und Ökostrom auf einen Fundus an Langzeitdaten der bislang 15 gemeinsam errichteten Windkraftanlagen im Schwarzwald. Die vor Ort mit LiDAR ermittelten Werte würden mit den Langzeitdaten verglichen, was laut Poublon eine optimale Datenqualität erziele. "Die Voruntersuchungen sind vielversprechend und lassen gute Erträge erwarten", sagte Markowsky.

Wenn das Projekt dann tatsächlich in die praktische Phase startet, wird der Transport der Baumaterialien und Anlagenteile von Steinach aus über gut ausgebaute Waldwege zu den vier Standorten auf rund 550 Höhenmetern stattfinden. Die Anlagen sollen in einem Abstand von 400 Metern platziert werden und stehen alle in Nord-Süd-Richtung, was laut Markowsky die Verluste durch eine gegenseitige Abschattung am geringsten halte. Die Kosten pro Anlage belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro und für die jeweilige Bauzeit rechne man mit drei Monaten.

Die drei Gemeinden sehen sich bei dem Projekt als gleichwertige Partner, das betonten die Bürgermeister Carsten Gabbert und Frank Edelmann, auch stellvertretend für den entschuldigten Kollegen aus Biberach, Hans Peter Heizmann. Die Windkraftanlagen würden alle an den Gemarkungsgrenzen entstehen, hier ginge es aber nicht um ein paar Meter, so Gabbert. Alles sei im Vorfeld entspannt und im Dreiklang geklärt worden. Die Erträge, wie die Gewerbesteuer, würden entsprechend durch drei geteilt.

Ein ähnlich entspanntes Szenario habe sich hinsichtlich der betroffenen 20 Privatbesitzer abgespielt, fügte Andreas Markowsky hinzu. Alle hätten das Projekt befürwortet und seien sehr kooperativ.