Nach Beschwerden der Anwohner

Die Windräder im Schuttertal laufen nachts reduziert

Christian Kramberg

Von Christian Kramberg

Do, 11. August 2016 um 17:00 Uhr

Schuttertal

Nach Beschwerden von Anwohnern über den Lärm, der durch die Windräder im Windpark Südliche Ortenau verursacht worden sein soll, hat der Betreiber den Betrieb in den Abend- und Nachtstunden vorerst eingeschränkt.

SCHUTTERTAL. In den Nächten vom 2. auf den 3. August und vom 3. auf den 4. August war der von den Windrädern verursachte Lärm offensichtlich so groß, dass es "erhebliche Beschwerden" gegeben hat, bestätigt Julia Morelle, die Leiterin des Amtes für Gewerbeaufsicht, Immissionsschutz und Abfallrecht im Landratsamt, gegenüber der Badischen Zeitung: "Es muss zeitweilig sehr laut gewesen sein."

Laut einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative Pro Schuttertal an die Badische Zeitung seien an verschiedenen Standorten im Ortsteil Schuttertal erhebliche Überschreitungen der maximalen Lärmwerte registriert worden. Das Landratsamt hat daraufhin dem Betreiber einen "deutlichen Hinweis" (Morelle) auf seine Pflichten gegeben, die Richtwerte für Lärm einzuhalten. Die Geschäftsführung des Bürgerwindparks Südliche Ortenau hat darauf reagiert: "Sie nimmt die Beschwerden einzelner Anwohner wegen der lauter als erwarteten Betriebsgeräusche der Anlagen weiterhin sehr ernst", heißt es in einer Pressemitteilung von Green City Energy vom Mittwoch. Im Rahmen der Überprüfung werden seit Donnerstag vergangener Woche alle Anlagen des Windparks in den Abend- und Nachtstunden in ihrer Leistung reduziert. "Das führt in der Regel vor allem an windstarken Tagen zu einer Schallreduktion", so die Projektleiterin Lilian Kruse. Diese Vorgabe soll vorerst bis Mitte September eingehalten werden.

Der schallreduzierte Betrieb ist laut Landratsamt von 20.30 bis 6 Uhr morgens beschränkt. Auf die Nachfrage der Bürgerinitiative, was unter "schallreduziertem Betrieb" zu verstehen sei, hat das Landratsamt mittlerweile geantwortet. Die Bürgerinitiative zitiert aus einem E-Mail von Julia Morelle, dass der schallreduzierte Betrieb im Modus NRO 102 erfolge, "das heißt, dass eine Reduktion des Schallleistungspegels, der von der jeweiligen Anlage ausgeht, um 4 dB(A) gegenüber dem Normalbetrieb erfolgt".

Die Vertreterin des Landratsamtes weist weiter darauf hin, dass die Tagrichtwerte in allen Gebietsausweisungen deutlich höher seien als die Nachtrichtwerte: "Selbst an Sonn- und Feiertagen zu den Zeiten erhöhte Empfindlichkeit ist damit die Differenz zwischen prognostizierten Beurteilungspegeln und Richtwerten in den betroffenen Gebieten so hoch, dass keine Veranlassung für einen schallreduzierten Betrieb zu diesen Zeiten besteht."

Die Geschäfts- und Betriebsführung des Bürgerwindparks geht in ihrer Pressemitteilung davon aus, dass bis Mitte September – solange der schallreduzierte Betrieb vorgesehen ist – weitere Daten erfasst und Erkenntnisse gewonnen werden können, die es erlauben, mögliche Schritte zur Lärmreduzierung einzugrenzen. Aufgrund der Witterungsbedingungen seien bislang noch keine gutachterlichen Untersuchungen zu den beklagten Schallemissionen vorgenommen worden. Konkret heißt das: Das Windaufkommen war zu unbeständig und es gab zu viel Niederschläge. Für weitere Tests oder Messungen im Windpark werde die Reduktion der Anlagenleistung jeweils aufgehoben, um eine korrekte Datenerhebung und die weitere Analyse und Bewertung von langfristigen Maßnahmen zu ermöglichen.

Werte der Bürgerinitiative sind nicht maßgeblich

Julia Morelle bestätigt die Darstellung von Green City Energy und spricht von einem offiziell anerkannten Gutachter. Es sei außerdem vereinbart, dass der Messplan mit dem Landratsamt und der Gemeinde abgestimmt wird. "Wir stehen Gewehr bei Fuß", betont Julia Morelle. Die Bürgerinitiative Pro Schuttertal hatte in ihrer Pressemitteilung betont, dass der Schall in der vergangenen Woche "mit professionellen Messgeräten" gemessen worden sei. Diese Zahlen sind für Julia Morelle allerdings nicht maßgeblich. "Wir nehmen diese Zahlen zur Kenntnis, mehr aber nicht. Das ist eine sehr komplexe Messung".