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18. Juni 2014

Feuer vernichtet Stall

Vollbrand am Montagabend in Schweighausen / Alle 21 Rinder gerettet / Ursache noch unklar.

  1. Binnen wenigen Minuten brannte das Ökonomiegebäude komplett nieder. Foto: (2) heidi fössel

  2. Brand Ökonomiegebäude Foto: Beate Zehnle-Lehmann

  3. Die Feuerwehr musste das Gebäude kontrolliert abbrennen lassen. Foto: Heidi Foessel

SCHUTTERTAL-SCHWEIGHAUSEN. Ein Ökonomiegebäude im Schuttertaler Ortsteil Schweighausen ist am Montagabend vollständig abgebrannt. Innerhalb weniger Minuten stand der Stall, der 21 Rinder beherbergte und als Lagerfläche unter anderem fürs Heu diente, lichterloh in Flammen. Menschen kamen nicht zu Schaden und die Tiere konnten alle gerettet werden. Einige Feuerwehrleute der Abteilung Schweighausen hatten bis zum Dienstagmittag kein Auge zugetan, weil sie über Nacht Brandwache hielten.

Der Alarm ging um 21.41 Uhr am Montagabend bei der Feuerwehr ein. Gerade mal drei Minuten vorher hatte der Stallbesitzer Eugen Göppert den ersten Rauch entdeckt. Die Stallung mit einem Heuschober und Lagerraum für landwirtschaftliche Geräte liegt rund 300 Meter vom Wohnhaus an der L 103 entfernt, im angrenzenden Seitental Mühlhalde/Steinbühl.

Eugen Göppert sprach gestern gegenüber der Badischen Zeitung vom "Glück im Unglück", denn zum Zeitpunkt der Rauchentwicklung war er auf dem Grundstück neben dem Ökonomiegebäude, um die Pferde auf die Wiese zu bringen. Auf dem Rückweg zum Wohnhaus entdeckte er Rauch und rannte instinktiv zum Telefon, um die Feuerwehr zu alarmieren. "Bis ich nach drei Minuten wieder am Stall war, hat das Dach bereits lichterloh gebrannt."

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Von da an sei alles in Sekundenschnelle abgelaufen. Sein erster Gedanke galt den 21 Rindern, die sich noch in dem Stall befanden. "Die Tiere waren verständlicherweise hysterisch. Deshalb war es nicht leicht, sie aus dem Stall zu befreien." Letztendlich ist das gelungen und alle Rinder fanden Zuflucht auf der Wiese und in einem zweiten benachbarten Stall. Während der Tierrettung war auch schon die Feuerwehr nach kurzer Zeit eingetroffen. Mittlerweile hatte sich das Feuer auf das gesamte Gebäude ausgebreitet.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen und das unterm Dach befindliche Heu ließen der Feuerwehr keine Chance, das Gebäude zu retten oder den Sachschaden zu begrenzen. Das bestätigte Achim Zehnle, Kommandant der Feuerwehr Schuttertal, die im Großaufgebot mit allen drei Abteilungen und den Abteilungen aus Seelbach angerückt war. Auch die Drehleiter der Feuerwehr Lahr war im Einsatz. "Alle Einsatzkräfte waren zügig vor Ort", erklärte Achim Zehnle, "aber bereits beim Eintreffen waren wir mit einem Vollbrand konfrontiert, der unseren Handlungsspielraum auf die Gefahrendämmung und Brandbeseitigung um das Gebäude herum eingrenzte."

Gefährlich ist für Feuerwehrleute in der Regel eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. "Im Normalfall dürfen wir wegen der elektrischen Spannung nicht in ein brennendes Objekt spritzen. Als wir am Einsatzort waren, hatte sich die Photovoltaikanlage aber quasi schon aufgelöst", so Zehnle. Das E-Werk sei auf schnellstmöglichem Weg an der Brandstelle gewesen, um die Stromzufuhr abzuschalten, ergänzte Göppert. Bis dato habe es aber schon Funken gesprüht und einen Kurzschluss gegeben. Aufgrund der Sachlage konzentrierte sich die Feuerwehr mit den Löscharbeiten auf die Umgebung der Brandstelle, das Ökonomiegebäude musste sie kontrolliert abbrennen lassen. "Vom Gebäude war nichts mehr zu retten."

Am Dienstagmittag waren die letzten Einsatzeinkräfte der Abteilung Schweighausen vor Ort, die wie Oberlöschmeister Jochen Hummel "noch kein Auge zugetan hatten", bis die letzten Gefahren wie Brandnester im Heu völlig ausgeschaltet waren. Der Brandort wurde abgesichert und man entschied sich, den Wasserschlauch für alle Fälle noch liegen zu lassen. Nicht zuletzt wegen der seit zwei Wochen anhaltenden Trockenheit und Brandgefahr im Gelände. Lediglich das Gerüst des Gebäudes, der Geruch nach Verschmortem und der Dampf blieben zurück.

Und ein Besitzer, der trotz sichtbarer Betroffenheit froh darüber ist, dass keine Menschen und Tiere zu Schaden gekommen sind. Göppert zeigte sich auch dankbar für die Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt der Landwirte, die mit Ladehängern gekommen waren, um die Tiere bis auf Weiteres in ihren Ställen unterzubringen. Was den Brand letztlich ausgelöst hatte, war gestern noch nicht klar und wird noch untersucht. Der Sachschaden bewegt sich nach ersten Schätzungen im mehrfach sechsstelligen Bereich.

Autor: Beate Zehnle-Lehmann


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