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06. Februar 2012
Geisen feiern Geburtstag
Vor 35 Jahren gründeten sich die Geisberger Geisenmeckerer in Schweighausen.
SCHUTTERTAL-SCHWEIGHAUSEN. Waldknorzer, Elz Dämonen, Hopfendrescher, Wolfsteufel oder Betzitglunki sind keine Schimpfwörter, sondern Namen der Narrenzünfte, die am Samstagabend durch die klirrende Kälte in Schweighausen zogen. Die Narrenzunft Geisberger Geisenmeckerer hatte zur Feier ihres 35-jährigen Bestehens eingeladen und haben das Fest mit einem Nachtumzug begonnen.
Die Zuschauerzahl hielt sich witterungsbedingt in Grenzen, aber die Narren in ihrem dicken Häs trotzten den Temperaturen. Die Schwedenfeuer an der Strecke waren gut besucht und an den Ständen waren warme Getränke begehrt.Thomas Geiger sorgte am Start für einen reibungslosen Ablauf und so hüpften Hexen, Geister und ihre närrischen Kumpane durch den Ort, bevor sie sich an der Bergdorfhalle wieder trafen. An Plätzen mangelte es nicht und so trafen sich viele im "Bar-Party-Raucher-Zelt" bei heißer Musik und Drinks oder in der Disco, die die im Schützenkeller abging. Die Likör-Bar im Foyer gab immer wieder Anlass zur Einkehr, die Theke in der Bergdorfhalle lud zum gemütlichen Aufenthalt ein und das Programm nahm mit dem Einmarsch der einzelnen Gruppen ihren närrischen Anfang. Udo Fischer führte mit Schwung durch den "Geisegalaabend", den die Riddemer Notenrätscher mit ihrer schrägen, schönen Musik eröffneten.
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Die niedrigen Temperaturen waren auch ein Grund, dass Gäste aus dem Ort rar waren, obwohl die Aufführungen prima waren. Mit männlicher Unterstützung zeigte das Ballett der Ankele-Hexen zu einem Musikmix sein Können. Auch das Geise-Ballett unter der Leitung von Sandra Göppert und Carina Spitz glänzte mit dem Gardetanz und der Showtanz, der in farbigem Outfit mit bunten Stoffbändern an Fächern und mit Hästrägern präsentiert wurde, erhielt viel Beifall.
Das Duo Grashüpfer tat mit seiner Musik ein Übriges, um die bunt dekorierte Narrenunterkunft bei Stimmung zu halten. Die Mehrzahl der Tanz- und Musikgruppen beginnt im Spätsommer mit den Proben für ihren Auftritt. Was auffiel war, dass die Ballettgruppen meist ohne Leitung ihr Programm entwickeln und auch einstudieren.
Der Hexentanz der Klosterkopfhexen aus Neuenburg schließlich erzählte die Geschichte der Nonnen, die nach ihrer Vertreibung aus dem Kloster schworen, irgendwann zurückzukehren. Die Elemente des schweißtreibenden Tanzes begeisterten die närrischen Gäste. Den Schlusspunkt des amüsanten Programms setzten die Scholle-Dudler aus dem Riedort Meißenheim unter der Leitung von Yannick Herrmann.
Udo Fischer blieb am Schluss, den Helfern, die auch draußen ihren Dienst taten, ein Danke für ihre Tätigkeit auszusprechen, bevor die Grashüpfer den bunten Abend ausklingen musikalisch ließen.
DIE GEISENMECKERER
wurden 1977 von Adolf und Roland Fischer gegründet. Zu Beginn gab es etwa 40 Geisen in Fellhäs und Kunststoffmaske, heute sind es etwa 100 Geisen. Bei Hermann Kuri wurde der erste "Geisewage" gebaut. Schon bald kamen Holzmasken. Erste Zunftabende fanden im Gasthaus Krone, im Schützenkeller und ab 1985 in der Halle statt. 1979 wurde die Gruppe als Verein ins Register eingetragen. Vier Jahre zuvor wurden das Geiseballett und die Baumstellergruppe aus der Taufe gehoben. Zum ersten Mal feierte man Stroße-Fasent im Linke Elsiß. Seit 2004 gibt es bei der Schule den Narrenbrunnen. Oberzunftmeister Adolf Fischer hat 2003 nach 26 Jahren die Geschäfte an seinen Sohn Jan übergeben und wurde zum Ehrenoberzunftmeister ernannt.
Autor: sw
Autor: Walter Schmidt
