Schuttertal

Michael Himmelsbach und Daniela Müller sind seit Jahrzehnten im Theaterspiel aktiv

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Mi, 04. Januar 2017

Schuttertal

LAND & LEUTE: Michael Himmelsbach und Daniela Müller sind seit Jahrzehnten im Theaterspiel des MGV Schuttertal auf der Bühne.

SCHUTTERTAL. Das Theaterspiel des Männergesangvereins (MGV) Schuttertal hat eine lange Tradition und noch nichts an Attraktion verloren. Das zeigt der große Anteil an jungen Darstellern. Unter den 30 überwiegend jungen Laienspielern gibt es nur noch wenige der älteren Generationen: Michael Himmelsbach und Daniela Müller sind zwei, die dem Theater schon seit Jahrzehnten treu sind.

In diesem Jahr wird das Lustspiel "Klinik für ästhetische und plastische Chirurgie an der Schutter" von Horst Helfrich gezeigt. Regisseur Ludwig Griesbaum, der die Leitung seit 18 Jahren innehat, schart dafür ein auffallend junges Ensemble um sich. Die meisten davon sind Sänger im MGV und gehören zur jüngeren Generation des großen Chors. Aber auch die Kinder oder Enkelkinder der Sänger – darunter auch Mädchen – sind beim traditionellen Theater an Dreikönig dabei. Eine Ausnahme machen Michael Himmelsbach und Daniela Müller, die auf eine lange Laufbahn beim MGV-Theater blicken.

Seit 31 Jahren auf der Theaterbühne

Michael Himmelsbach ist ohne Unterbrechung zum 31. Mal mit dabei. Seine erste Rolle spielte er als 16-Jähriger, als er 1986 dem Männerchor beigetreten war. Die Teilnahme am Theater für junge Sänger sei selbstverständlich gewesen, sagt der 47-jährige Schreiner, und das sei bis heute überwiegend so geblieben.

"Ich bin nach meinem Eintritt in den Verein gleich im ersten Jahr auf der Bühne gestanden. Das hatte einerseits etwas mit der Kameradschaft zu tun, und andererseits ging man damals als junger Mann gerne dort hin, weil etwas los war", erklärt er. Bei seinem Debüt 1987, als noch Otto Himmelsbach Theaterleiter war, hatte er in der "Schinderbärbel" noch keine Sprechrolle, sondern war für einen Knappentanz mit Hammer und Meißel eingeteilt. Seine Erinnerung führt dabei in eine Zeit, als die Theaterabende noch mit zwei Stücken pro Aufführung stattgefunden hatten: einmal tragisch, einmal lustig. "Der Abend ging bis 1 oder 2 Uhr nachts, und zu Beginn sang der MGV sogar noch", erzählt Himmelsbach mit sichtbarer Erleichterung, dass es heute nicht mehr so ist. Denn für den zweifachen Familienvater ist es jedes Jahr wieder eine Herausforderung, die vielen abendlichen Proben und das Lernen des Textes gut mit der Familie zu vereinbaren.

Sein größter Auftritt war für ihn in "Ewiges Leben", als er in der Hauptrolle einen Bauern mimte, der mit dem personifizierten Tod bei Kartenspiel und Schnaps um sein Leben spielt. Das Publikum kennt ihn aber auch in prägnanten und charakterstarken Nebenrollen, wie die Presseberichte der vergangenen Jahre zeigen.

Michael Himmelsbach macht es auch heute noch Spaß, mit den jungen Darstellern zu spielen und die Erfahrungen an sie weiterzugeben. Trotzdem möchte er mittelfristig gerne die Tradition ganz in die Hände der jüngeren Generationen geben. Daniela Müller spielt seit 25 Jahren in der MGV-Theatertruppe. Sie stand als Neunjährige das erste Mal auf der Bühne und kam durch ihren Vater und Opa – beide Sänger im MGV – zum Ensemble. Ihre Verbundenheit zum Heimatort und Theaterspiel liegen für Daniela Müller auf der Hand, ist sie doch quasi damit aufgewachsen.

Mittlerweile wohnt die gebürtige Schuttertälerin in Altdorf und erwartet ihr zweites Kind und fährt trotzdem und trotz ihrer Berufstätigkeit jeden Abend zu den Proben: "Weihnachten war bei uns noch nie ’normal’, und mein Mann nimmt sich für meine Probenzeit extra Urlaub." Dass man Familie hat und älter geworden ist, spürt die 34-Jährige daran, dass sie, anders als früher, nach den Proben nicht mehr so lange sitze wie die Jungen und gleich nach Hause gehe.

"Ich habe als Kind angefangen, mit Älteren gespielt und von ihnen gelernt – heute ist es umgekehrt. Daran merkt man, wie die Jahre vergehen, und das fühlt sich manchmal schon komisch an", sagt sie. Den jungen Leuten etwas weiterzugeben, empfinde sie als eine schöne Sache.

Wie bei Michael Himmelsbach blieb auch ihr "Ewiges Leben" stark in Erinnerung. Zum einen war es ihre erste Hauptrolle, zum anderen seien ihr bei der Vorstellung die Worte bei einem Einsatz vor Aufregung "im Hals steckengeblieben". Das sei ein besonders langer Moment gewesen, den man nicht vergisst. Die Anstrengung der Vorbereitungen, die viel Motivation, Zeit und Konzentration abverlangten, sind für Daniela Müller aber vergessen, wenn es dem Publikum gefällt und die Truppe mit dem entsprechenden Applaus belohnt wird.

Info: Aufführungen in der Festhalle am Freitag, 6. Januar, 14 Uhr und 20 Uhr; Samstag, 7. Januar, 20 Uhr. Vorverkauf für die Abendvorstellungen bei Familie Müllerleile, Tel. 07823/2943 ab 18 Uhr