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14. Oktober 2014

Beitrag der Erzdiözese zur Energiewende

Solarpark Schutterwald, bei dem die katholische Kirche Anteile hält, ist eingeweiht worden.

  1. Claus Jilg vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg gibt dem Solarpark seinen Segen. Foto: Harald Rudolf

SCHUTTERWALD. Der Kirchliche Solarpark Schutterwald ist am Montag von Domdekan Andreas Möhrle eingeweiht worden. Auf einer Fläche von knapp fünfeinhalb Fußballfeldern wird der Solarpark, der auf Initiative der Erzdiözese Freiburg vom Unternehmen Wircon gebaut wurde, Energie für etwa 700 Vier-Personen-Haushalte produzieren.

Exakt ein Jahr und elf Monate nach dem Spatenstich wurde mit christlichem Segen sowie dem "Vater unser" die Anlage entlang der A 5 eingeweiht und offiziell an die Betreibergesellschaft übergeben. Der bereits seit Juni am Netz befindliche Solarpark produziert rund zwei Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich. Dafür wurden auf der rund vier Hektar großen Fläche 7500 Solarmodule installiert. Um die Anlage zu errichten, benötigten die Wircon-Techniker lediglich vier Wochen in diesem Sommer.

Der Anstoß zum Solarpark war von der katholischen Kirche gekommen. Rund die Hälfte des Geländes gehört der Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg, die unter anderem für die Besoldung der Priester zuständig ist. Den übrigen Teil der Fläche steuerten die Gemeinde Schutterwald sowie private Grundbesitzer bei.

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Bei der Einweihung hob der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Johannes Groß, hervor, dass die Anlage in Schutterwald deutschlandweit der erste Solarpark ist, der von einer kirchlichen Stiftung auf den Weg gebracht wurde: "Die Verbindung von nachhaltiger Stiftungsarbeit und nachhaltigem Energiekonzept ist beispielhaft." Groß zeigte sich überzeugt, dass bundesweit weitere Diözesen dem Beispiel folgen werden.

Domdekan Andreas Möhrle sprach bei der Einweihung von der Bewahrung der Schöpfung und zitierte aus dem Schöpfungsbericht. "Gott sprach, es werde Licht." Möhrle, der die Anlage mit Weihwasser segnete, sagte: "Wir müssen die Schöpfung nutzen, ohne sie auszuplündern." Deshalb sei es für die Erzdiözese wichtig, auf dem Gebiet der Energiewende sichtbare Zeichen zu setzen, so Möhrle. Dass die Energiewende kein Selbstläufer sei, ist nach Ansicht von Claus Jilg von der Erzdiözese an der Zeit, die seit dem Spatenstich verging, zu sehen.

Schutterwalds Bürgermeister Martin Holschuh erinnerte in seiner Rede daran, dass die Idee eines Solarparks vor drei Jahren an ihn herangetragen wurde. Die Gemeinde sei einverstanden gewesen, hatte aber zwei Bedingungen. "Wir wollten eine Lärmschutzwand zur Autobahn und die Möglichkeit einer Autobahnausfahrt Offenburg-Süd." Die Grundstücksverhandlungen waren nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht einfach. Eine Rückführung der landwirtschaftlichen Flächen sei jedoch möglich. Behördliche Auseinandersetzungen bezeichnete Holschuh als weitere "Stolpersteine".

Zu den Investoren des Solarparks Schutterwald gehören der Breisgauer Katholische Religionsfonds, der sich für den Erhalt sakraler architektonischer Schätze einsetzt, das Siedlungswerk Baden e.V., ein Verband von 24 selbstständigen Familienheim-Wohnungsgenossenschaften in Baden mit Sitz in Karlsruhe, sowie der Verein Familienheim Bruchsal.

Der umweltfreundliche Strom aus der Solaranlage in Schutterwald wird derzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das Stromnetz eingespeist. Ab 2015 soll der Solarpark in die Direktvermarktung überführt werden. Die jährliche CO2-Einsparung der Anlage liegt bei rund 1300 Tonnen.

Autor: Harald Rudolf