Borsi nach Restrukturierung wieder auf eigenen Beinen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 07. Dezember 2018

Schutterwald

Nach der Insolvenz im Januar 2018 wandelt sich das Unternehmen der Kunststoff-Tiefziehtechnik auch zum Automobilzulieferer.

SCHUTTERWALD (BZ). Die Sanierung des Schutterwälder Kunststoffverarbeiters Borsi ist geglückt. Das Unternehmen hatte laut Pressemitteilung im Januar 2018 Insolvenz angemeldet. Der von Borsi sowie der Offenburger Kanzlei Nickert und dem Wirtschaftsberatungsunternehmen Schultze & Braun nun vorgelegte Insolvenzplan habe laut einer gemeinsamen Pressemitteilung Ende November Rechtskraft erlangt. "Damit bleiben alle rund 150 Arbeitsplätze sowie der Standort Schutterwald erhalten."

Ein Insolvenzplan ist eine Art Vergleich des Unternehmens mit seinen Gläubigern und hatte zum Ziel, Borsi von seiner Schuldenlast zu befreien und den Kunden Borsi, auch als Automobilzulieferer, zu erhalten, so die Pressemitteilung. "Die Gläubiger haben unserem Vergleichsangebot zugestimmt und damit den Weg frei gemacht, dass dieses traditionsreiche Unternehmen erhalten bleiben kann", sagt Sanierungsberater Matthias Kühne von der Offenburger Kanzlei Nickert, die das Traditionsunternehmen durch das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung als juristischer Berater der Geschäftsführer Peter G. Breer und Steffen Krimmer begleitete.

Die Geschäftsführer Breer und Krimmer und der vom Gericht bestellte Sachwalter Dirk Pehl von Schultze & Braun hatten das Unternehmen nach dem Insolvenzantrag im Januar fortgeführt und intensiv an einer Sanierungsmöglichkeit gearbeitet. "Zusätzlich haben wir begonnen, Borsi auch operativ weiter umzugestalten, um die begonnene Wandlung hin zu einem Automobilzulieferer zu forcieren und abzuschließen", berichten Breer und Krimmer. Dafür hatte das Unternehmen laut Pressemitteilung Unterstützung durch das auf die Automobilbranche spezialisierte Beratungsunternehmen sy.con erhalten.

"Die gute Zusammenarbeit der Beteiligten war ein Schlüsselfaktor für die gelungene Sanierung der Borsi GmbH & Co. KG", lobt Sachwalter Pehl. "Es freut mich besonders, dass praktisch alle Arbeitsplätze erhalten werden konnten und der Betrieb erfolgreich weitergeführt werden kann."

Borsi könne nun wieder mit voller Kraft aus dem Restrukturierungsverfahren entlassen werden. Ein besonderer Dank gehe dafür an die Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter, die Borsi während des Sanierungsverfahrens die Treue gehalten hätten.

Borsi blickt auf eine rund 200-jährige Tradition als Unternehmen zurück. Seit seinen Anfängen als Glasveredeler und Glasdekor-Hersteller entwickelte sich Borsi bis heute zu einem hochspezialisierten Unternehmen der Kunststoff-Tiefziehtechnik in Verbindung mit dem Siebdruck. Mit seinen Geschäftsbereichen Leuchtwerbung und Automotive Mould Systems, in dem Borsi technische Teile für Nutzfahrzeuge und Caravans sowie für Maschinenbau und Landwirtschaft herstellt, erwirtschaftet das Unternehmen laut Pressemitteilung einen Umsatz von rund 17 Millionen Euro.