Brand

Drohne löst Verunsicherung bei Rettungshubschrauber-Einsatz in St. Georgen aus

dpa, mwe, bz

Von dpa, Matthias Weniger & BZ-Redaktion

Mo, 29. Januar 2018 um 08:17 Uhr

Schwarzwald-Baar-Kreis

In St. Georgen brennt ein Haus, eine 77-Jährige wird schwer verletzt. Sie muss mit einem Hubschrauber in die Klinik gebracht werden. Doch eine Drohne in der Nähe des wartenden Hubschraubers verunsichert den Piloten.

Eine umherfliegende Drohne hat beim Einsatz eines Rettungshubschraubers in Sankt Georgen im Ortsteil Stockwald im Schwarzwald-Baar-Kreis zu Besorgnis unter den Einsatzkräften geführt. Die Besatzung war mit dem Hubschrauber zum Brand eines ehemaligen Bauernhofs geflogen, bei dem die 77 Jahre alte Bewohnerin schwer verletzt wurde, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen mitteilte.

Der am Boden wartende Helikopterpilot hatte die Drohne über der Brandstelle kreisend als mögliches Hindernis für den später geplanten Start wahrgenommen und die Einsatzkräfte benachrichtigt. Die Beamten des Polizeireviers St. Georgen konnten in unmittelbarer Nähe einen 32-jährigen Mann als Piloten der Drohne ermitteln.

Nun wird geprüft, ob der Drohnenpilot gegen die Luftverkehrsordnung verstoßen hat

Es werde nun geprüft, ob der Drohnenpilot gegen die Luftverkehrsordnung verstoßen hat. Möglicherweise habe der Pilot Fotos von der Brandstelle schießen wollen, so Polizeisprecher Harri Frank.

Der Abflug des Hubschraubers zum Krankenhaus hatte sich wegen der umherfliegenden Drohne nicht verzögert. Der Helikopterpilot habe sich nicht behindert gefühlt und lediglich eine vorsorgliche Meldung wegen der Drohne abgegeben, stellt Frank klar.

Von Unglücks- und Einsatzstellen ist mit Drohnen 100 Meter seitlicher Abstand zu halten. Bemannten Luftfahrzeugen muss stets ausgewichen werden. Für den Betrieb der Drohne nach Sonnenuntergang hätte der Steurer außerdem eine besondere Erlaubnis des Regierungspräsidiums Stuttgart gebraucht. Verstöße gegen diese Bestimmungen stellen Ordnungswidrigkeiten dar und können mit Bußgeldern geahndet werden.

Eine Wunderkerze soll der Grund für den Brand sein

Nach bisherigen Ermittlungen hatte die 77-jährige Bewohnerin eine Wunderkerze angezündet. Nachdem die Seniorin das Zimmer kurz verlassen hatte und zurückkehrte, stand der Weihnachtsbaum in Flammen. Mit schweren Brandverletzungen konnte sich die Frau ins Nachbarhaus retten. Der Nachbar verständigte sofort den Rettungsdienst. Die 77-jährige musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Das Gebäude ist vollständig niedergebrannt. 66 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, auch DRK und Polizei waren vor Ort. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird auf rund 300.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern derzeit an.