Bahnhofssaal steht zum Verkauf – Stadt interessiert

Valentin Zumsteg

Von Valentin Zumsteg

Sa, 01. September 2018

Rheinfelden / Schweiz

PSP Swiss Property trennt sich von Immobilie in Schweizer Stadt.

RHEINFELDEN/SCHWEIZ. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Die PSP Swiss Property will sich vom Bahnhofsaal, dem Nebengebäude und dem umliegenden Areal trennen: "Wir bieten das ganze Grundstück ausgewählten Parteien zum Kauf an", erklärt Thomas Kraft, Asset Manager bei der Immobilienfirma. Insgesamt 8300 Quadratmeter Bauland an zentraler Lage kommen damit auf den Markt. Wenige ausgesuchte Interessenten seien im Gespräch, wie Kraft erklärt. Seit dieser Woche läuft der Verkaufsprozess.

Zu den Preisvorstellungen der PSP will sich Kraft nicht äußern. "Das hängt davon ab, welches Potential der Käufer in diesem Grundstück sieht."

Ursprünglich wollte die PSP das Areal, das in der Arbeitszone 1 (Dienstleistungen) liegt, selber entwickeln. Ein Richtprojekt sah Wohnungen, Büros sowie Verkaufs- und Dienstleistungsflächen vor. Das Gestaltungsplanverfahren ist gemäß Kraft bereits weit gediehen, aber noch nicht abgeschlossen: "Der Käufer kann noch Anpassungen vornehmen", sagt Kraft. Man habe sich für einen Verkauf entschieden, da die PSP auf den Besitz von Immobilien – vor allem Bürogebäuden – spezialisiert sei. Die Entwicklung von Arealen gehöre nicht zum Kerngeschäft.

Zu den möglichen Käufern zählt die Stadt Rheinfelden. Sie hat den Bahnhofsaal, der unter kommunalem Schutz steht, seit Jahrzehnten von der PSP gemietet. Dort werden viele Veranstaltungen – unter anderem auch die Gemeindeversammlungen – durchgeführt.

"Der Bahnhofsaal hat

eine gewisse Bedeutung

für die Stadt."

Roger Erdin
Im Investitionsplan der Einwohnergemeinde ist seit längerem ein Betrag von 10,2 Millionen Franken für den möglichen Kauf und die Sanierung des Bahnhofsaals eingestellt. Wobei es sich dabei nur um eine grobe Kostenschätzung handelt. "Die Stadt ist interessiert, den Bahnhofsaal zu kaufen, wenn dies zu angemessenen Konditionen möglich ist", erklärt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage. Diesbezügliche Gespräche seien mit der Eigentümerschaft geführt worden.

"Der Bahnhofsaal hat eine gewisse Bedeutung für die Stadt, er ist jedoch sanierungsbedürftig. Ein Eigentümerwechsel müsste nicht zwingend zu einem Funktionswechsel des Saales führen", so Erdin.
Wie viele Gebote eingehen werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Thomas Kraft hofft aber, dass der Verkauf noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann.