Kunst

"The Quiet Eye" - Werke von Ben Nicholson und Felicitas Vogler in Bern

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Fr, 11. Januar 2019

Schweiz

"The Quiet Eye" – Werke von Ben Nicholson und Felicitas Vogler in Bern.

Es gab sichtbare Gemeinsamkeiten. Nur eine davon: Für beide - für Ben Nicholson wie für Felicitas Vogler - waren Landschaft und Natur ein Thema. 1957 hatten sich der britische Maler und Objektkünstler und die deutsche Fotografin kennen gelernt; in England, wo die Radiojournalistin an einer Sendung über Cornwall arbeitete. Sechs Wochen später heirateten sie: der angesehene Künstler, der zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal England bei der Biennale in Venedig vertreten und auch an der ersten documenta teilgenommen hatte, und die annähernd dreißig Jahre jüngere Fotografin. Im Jahr darauf zogen sie ins Tessin.

Von Brissago aus unternahmen die beiden ausgedehnte "Reisen mit Stift und Kamera" nach Italien und Griechenland. So beschrieb es Felicitas Vogler später in einem Beitrag für die Zeitschrift Du, in der ihren Fotografien Zeichnungen von Nicholson gegenübergestellt wurden – so wie jetzt in der Ausstellung "The Quiet Eye" mit ausgewählten Farbfotografien Voglers sowie Zeichnungen und auch Gemälden Nicholsons im Kunstmuseum Bern. Die Werke des Briten hatte die 2006 verstorbene Fotografin dem Kunstmuseum vermacht.

"Das ruhige Auge": Der Titel der Schau ist einem Gedicht des englischen Romantikers William Wordsworth entlehnt und charakterisiert treffend die Kunst der beiden. Denn sowohl Nicholsons Stillleben und Landschaften als auch Voglers Fotografien lassen sich am besten mit dem Begriff des Kontemplativen beschreiben. Hier wie da sind Spannungen – auch farblich – subtil austariert. Nicht das Spektakuläre ist Gegenstand der Betrachtung, sondern das Schlichte, Einfache. Bei beiden auch erscheint Landschaft als Resonanzraum von Seelischem.

Termine: Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 12. Bis 24. Feb., Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–17 Uhr