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04. März 2010

Unterm Strich

Schweizer Fußballplätze: Mehr als ein Stück Rasen

Franz Schmider sorgt sich um geschichtsträchtige Fußballplätze in der Schweiz.

Als Deutsche werden wir uns selbstverständlich nicht einmischen in innerschweizerische Angelegenheiten. Dergleichen liegt uns bekanntermaßen fern. Die Schweiz ist zwar voller Geheimnisse, aber ein souveräner und demokratischer Staat, der keine Belehrungen nötig hat.

In diesem Fall jedoch muss ein kleiner Hinweis sein, zwingend, schließlich geht es um Fußball. Und da stößt die Souveränität an ihre Grenzen. Denn am Sonntag stimmen die Baslerinnen und Basler über die Verwendung von 20 000 Quadratmetern Boden ab – eine popelige Rasenfläche für die einen, historischer Grund für die anderen. Es geht um einen Fußballplatz samt Tribüne, der einer Wohnbebauung weichen soll. Die Stadt braucht Wohnraum, will sie verhindern, dass noch mehr Menschen wegziehen. Und der Fußballplatz, einst die Heimstätte des örtlichen FC Basel, erscheint für diesen Plan bestens geeignet. Auch wenn die üblichen Verdächtigen dagegen sind und "Der Landhof bleibt grün" rufen.

Doch der Landhof, wie das Gelände unweit der Messe heißt, ist nicht einfach ein x-beliebiger Bolzplatz, ein grüner Flecken im städtischen Grau. Hier fand am 5. April 1908 das erste Länderspiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft statt. Und wohin die Länderspielgeschichte Deutschland führte, ist bekannt: Dreimal wurden wir Weltmeister. Doch wie wenig Rücksicht die Schweizer auf die Befindlichkeit der Deutschen speziell in Fußballfragen nehmen, haben sie in Bern bereits bewiesen, als sie das Wankdorfstadion einfach abgerissen haben. Der Ort, an dem Fritz Walter und Co. 1954 das Wunder von Bern schafften. Einfach in die Luft gejagt.

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Nun könnte der Landhof folgen. Sollten die Basler tatsächlich so weit gehen, dann mögen sie uns zumindest zwei Wünsche erfüllen: Bitte keinen Bankenneubau errichten, da sind wir gerade etwas empfindlich. Und wenn das Stadion schon fallen muss, dann verzichtet aber auch auf eine Gedenktafel mit dem Spielergebnis. Es lautete 5:3 – für die Schweiz.

Autor: fs