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05. Juli 2012

Schweizer zeigen Interesse

Hubertus Reither gibt seine Hausarztpraxis in Rickenbach zum 30. Juni endgültig auf.

  1. Noch auf der Suche nach einem Nachfolger für ihre Hausarztpraxis in Rickenbach sind der Allgemeinmediziner Hubertus Reither und seine Ehefrau Brigitte. Foto: WOLFGANG ADAM

RICKENBACH. Die Schließung der Rickenbacher Praxis des Allgemeinmediziners Hubertus Reither zum 30. Juni ist nun definitiv. Der Freiburger Zulassungsausschuss für Ärzte im Regierungsbezirk gab dem Antrag Reithers auf eine vorzeitige Entbindung von seiner Hausarzttätigkeit statt. Nach Vertragsregelungen wäre eine Praxisaufgabe erst zum 30. September möglich gewesen. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich aber schwierig.

Wie der 55-jährige Mediziner, der bereits in der Feldbergklinik von St. Blasien eine Chefarztstelle angenommen hat, auf Anfrage der Badischen Zeitung mitteilte, ist die Suche nach einem Nachfolger für seine Rickenbacher Praxis wie erwartet schwer: "14 Absagen habe ich schon erhalten, aber ich bleibe am Ball." Auch zwei im westlichen Hotzenwald praktizierende Ärzte hätten zwischenzeitlich Interesse gezeigt, zu konkreten Verhandlungen sei es aber nicht gekommen. Derzeit gebe es vier Mediziner aus der Schweiz, die an einer Hausarztpraxis auf dem Hotzenwald – möglicherweise in Form einer Gemeinschaftspraxis – interessiert seien.

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Nach jetzigem Stand der Dinge wird die Praxis im Hasenbrunnen noch eine längere Zeit geschlossen bleiben. Sollte sich ein Arzt zur Übernahme bereit erklären, muss er zunächst in Freiburg eine Wiederzulassung der Praxistätigkeit beantragen, was nach Auskunft der Behörde mindestens einen Monat Bearbeitungszeit in Anspruch nimmt. Rund dreieinhalb Jahre war Hubertus Reither in der von Daniela Wetzel-Richter übernommenen Betriebsstätte tätig. Zuvor war er als Krankenhausarzt in Bad Säckingen insbesondere im Bereich der Lymphologie beschäftigt.

"Rickenbach war meine erste eigene Praxis und ich hatte wirklich ein langfristiges Engagement geplant", versicherte Reither. In den Kauf der Praxis und für neue Arbeitsgeräte habe er eine sechsstellige Summe investiert. Die Zukunftspläne seien dann von der Entwicklung einer chronischen Erkrankung durchkreuzt worden: "Im Mai musste ich zur Aufrechterhaltung des Praxisbetriebes starke Medikamente zur Schmerzdämmung einnehmen, das gefährdet aber die 100-prozentige Einsatzfähigkeit eines Arztes." Dies habe er im Juni dann auch der Zulassungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung mitgeteilt mit dem Hinweis, dass er die Hausarzttätigkeit mit Nacht- und Bereitschaftsdiensten im westlichen Hotzenwald und in Bad Säckingen im Interesse der Patienten nicht mehr weiterführen könne. Die ersten Wochen in der Feldbergklinik in St. Blasien hätten dagegen gezeigt, dass ihn die Krankenhaustätigkeit mit der Unterstützung durch Kollegen weniger belaste. Die Erfahrungen mit einer eigenen Praxis bezeichnete der Mediziner insgesamt aber als gut. "Ich möchte mich ausdrücklich bei meinen Patienten für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken", betont Reither, der auf einen Anstieg der Patientenzahl während seiner Dienstzeit hinweist.

Autor: Wolfgang Adam


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