Hoffnungsträger zwischen den Pfosten

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mo, 14. Januar 2019

Schwenningen Wild Wings

Dustin Strahlmeier hält beim 5:1-Heimsieg gegen Ingolstadt überragend und verlängert seinen Vertrag mit den Wild Wings.

EISHOCKEY. Nach drei Siegen in Folge mussten die Schwenninger Wild Wings in der DEL wieder eine Niederlage einstecken: Sie unterlagen gestern bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 0:3 (0:0, 0:2, 0:1). Im Spiel nach vorne waren die Wildschwäne viel zu harmlos. Zuvor hatte die Schwenninger Mannschaft in eigener Halle Ingolstadt mit 5:1 (1:0, 2:1, 2:0) besiegt. Torwart Dustin Strahlmeier verlängerte seinen Vertrag und hielt super.

Nach der Verlängerung mit Torwart und Publikumsliebling Dustin Strahlmeier soll nun versucht werden, um ihn herum ein neues Team aufzubauen. Torjäger Anthony Rech soll ebenfalls gehalten werden. "Es gab gute Argumente dafür, in Schwenningen zu bleiben. Das Gesamtpaket passt", sagte Strahlmeier nach seiner Vertragserlängerung. Am Morgen hatte er den neuen Kontrakt für seine vierte Spielzeit am Neckarursprung unterschrieben, am Abend hielt er beim glanzvollen 5:1-Heimsieg der Wildschwäne gegen den ERC Ingolstadt überragend. "Dustin, du bist ein Schwenninger!", sangen die verzückten SERC-Fans. "Ich hatte davor noch ein längeres Gespräch mit Trainer Paul Thompson. Ich habe ihm klar gemacht, dass ich nicht in einer Mannschaft spielen möchte, die irgendwie 4:8 abgefieselt wird. Die Mannschaft muss in jedem Spiel die Chance haben zu gewinnen." Dass die Schwenninger in der kommenden Saison in die Playoffs kommen sollten, sei aber keine explizite Forderung von ihm gewesen. "Das ist ohnehin das Ziel, darüber braucht man nicht zu reden", so der 26-Jährige.

Der gebürtige Gelsenkirchener verhehlte aber nicht, dass auch private Gründe für ein Verbleiben bei den Schwänen sprachen. "Meine Freundin kommt aus Schwenningen. Die Wege hier sind sehr kurz und wenn man Abwechslung haben möchte, ist man ja auch schnell in großen Städten wie in Stuttgart oder Freiburg." Angebote habe es von etlichen Klubs für die kommende Saison gegeben. An dem Gerücht, dass er nach Mannheim wechsle, sei aber nie etwas dran gewesen. Finanziell mussten die Wild Wings Strahlmeier noch etwas drauflegen. Das Geld habe aber nicht den Ausschlag gegeben. "Dustin ist unser Star. Um ihn herum wollen wir unsere neue Mannschaft aufbauen. Ich bin extrem froh, dass die Vertragsverlängerung in trockenen Tüchern ist", sagte Trainer Thompson.

Neben dem Torwart haben die Verteidiger Dominik Bohac, Mirko Sacher und Boaz Bassen für die kommende Saison gültige Verträge. Ebenso die Stürmer Simon Danner, Julian Kornelli und Markus Poukkula. Der Ravensburger Förderlizenzstürmer Daniel Pfaffengut soll ebenfalls verpflichtet werden. In der Verteidigung möchte Thompson vom aktuellen Kader zumindest Kyle Sonnenburg halten. Auch über Jussi Timonen äußerte sich der SERC-Coach positiv. Der Abgang von Dominik Bittner zu den Grizzlys Wolfsburg steht hingegen fest. Für Kalle Kaijomaa und Benedikt Brückner scheint künftig kein Platz mehr in der Schwenninger Defensive zu sein. Die Wild Wings brauchen für die Zukunft torgefährlichere Verteidiger, die von der blauen Linie schießen können. Aktuell wurden von den 80 Toren, die Schwenningen erzielt hat, lediglich sieben von Verteidigern erzielt, das ist zu wenig.

Der Schwenninger Trainer hat seine Mannschaft gegenüber dem 5:1-Heimsieg gegen Ingolstadt beim Spiel in Bremerhaven nicht verändert. "Wir dürfen die ersten paar Minuten nicht verschlafen", warnte Wild-Wings-Kapitän Simon Danner. Und so kam es: Gastgeber Bremerhaven machte zu Beginn viel Druck. Goalie Dustin Strahlmeier bekam einiges zu tun. Nach einigen Minuten war aber der erste Angriffsschwung der Pinguine vorüber. Die Partie, die ohnehin nur auf mäßigem Niveau stand, verflachte zusehends. "Wir machen bislang ein sehr gutes Auswärtsspiel", lautete aber das überraschende Fazit von Wild-Wings-Sportmanager Jürgen Rumrich nach den ersten 20 Minuten.

Im zweiten Drittel machte Bremerhaven wieder Druck. In der 29. Minute fiel das verdiente Führungstor für die Norddeutschen: In Überzahl erzielte Carson McMillan im Nachstochern das 1:0. Doch es kam noch besser für die Gastgeber. Mit einem herrlichen Schuss traf Brock Hooton gegen seinen Ex-Klub zum 2:0 (34.). Die Schwenninger Leistung im zweiten Drittel war zum Vergessen. Nach vorne ging bei den flügellahmen Schwänen nichts. Die Schussstatistik im zweiten Drittel mit 21:2 für Bremerhaven belegt das. "Wir haben viel zu viele Scheibenverluste. Wir sind einfach zu dumm, ordentliche Wechsel hinzukriegen, und deshalb stehen einige Spieler bis zu zwei Minuten am Stück auf dem Eis", ärgerte sich Verteidiger Dominik Bittner. Drei Minuten vor Schluss kassierten die Wild Wings eine Zweiminutenstrafe, weil zu viele Spieler auf dem Eis waren. Bremerhaven nahm die Einladung gerne an. Miha Verlic traf in Überzahl zum 3:0. Die Entscheidung. Verteidiger Mirko Sacher meinte nach der Schlusssirene: "Wenn du kein Tor schießt, kannst du nicht gewinnen. Die zwei Gegentore im zweiten Drittel haben wehgetan."