DEL

Schwenninger Schwäne rupfen die Iserlohner Hähne

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mo, 24. Dezember 2018 um 00:00 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Die Schwenninger Wild Wings besiegen Iserlohn nach einer 3:0-Führung mit 4:3. Trotz des Sieges ärgerten sich die Wild Wings gewaltig – und zwar über Straubings Trainer Tom Pokel.

Die Wild Wings gewannen am Sonntag eine turbulente Heimpartie gegen die Iserlohn Roosters vor 4431 Zuschauern nach einer 3:0-Führug mit 4:3 (1:0, 1:0, 2:3). Bei den Wild Wings fehlte Istvan Bartalis. Der Stürmer hatte am Freitag bei der 2:5-Niederlage in Straubing von Verteidiger Sena Acolatse einen Check gegen den Kopf erhalten. Acolatse erhielt eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Tigers-Trainer Tom Pokel hatte sich danach echauffiert: "Bartalis soll nicht immer den sterbenden Schwan mimen, sondern wie ein Mann spielen." Über die Aussage des Straubinger Coaches ärgert man sich am Neckarursprung gewaltig.

Nach zwei Spielen Sperre rückte Abwehrmann Dominik Bittner wieder ins Team der Schwäne. Die Gäste aus dem Sauerland brachten nur 19 Mann auf den Spielberichtsbogen, unter anderem fehlten die Topstürmer Luigi Caporusso und Jean Bergmann. Die Partie war zunächst zerfahren, auf beiden Seiten kamen die Pässe nicht an. In der zwölften Minute gingen die Schwenninger in Front. Bittner war mit einem Schuss von der blauen Linie erfolgreich. Es war das zweite Saisontor für den Abwehrmann.

22 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da markierten die Gastgeber das 2:0. Anthony Rech nahm Fahrt auf, umkurvte einen Verteidiger und traf mit der Rückhand. Es war bereits das zwölfte Saisontor für den Schwenninger Topscorer. Andrée Hult besaß danach die Möglichkeit zum 3:0, scheiterte jedoch an Dahm. 45 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da zeigte der schon geschlagene Strahlmeier einen sensationellen "Save" gegen Alexej Dmitriev. Philip McRae besaß die Chance auf die Vorentscheidung, schoss aber knapp neben das Gästegehäuse. Strahlmeier blieb erneut gegen Matsumoto Sieger. Dann erneut Unterzahlspiel der Wild Wings. Danner fing den Puck ab und McRae traf zum 3:0. Doch praktisch im Gegenzug markierten die Iserlohner in Überzahl einen Treffer, ehe Smotherman auf 2:3 verkürzte. Die Iserlohner nahmen jetzt den Torwart vom Eis. Und Marc El-Sayed traf in den leeren Gästekasten zum 4:2. Doch die Wild Wings zogen noch zwei Strafen. Die Roosters spielten sechs gegen drei und Evan Trupp verkürzte sechs Sekunden vor der Schlusssirene noch auf 3:4.

Die Wild Wings waren am Freitag bei den Straubing Tigers viel zu harmlos und unterlagen verdient mit 2:5 (0:1, 2:1, 0:3). Bei fünf gegen fünf Feldspieler ging beim SERC kaum etwas. Die Gastgeber waren immer einen Schritt schneller als die Schwenninger. In der 13. Minute gingen die Niederbayern verdientermaßen in Führung. Der Kanadier Laganière netzte im Nachschuss ein. SERC-Schlussmann Wölfl war orientierungslos, es fehlte aber auch die Unterstützung seiner Vorderleute. Zu Beginn des zweiten Drittels musste Wölfl zwei Glanzparaden zeigen. Der 24-Jährige wehrte gegen Williams und Sandro Schönberger ab.

In der 28. Minute markierten die Tigers aber das 2:0. Williams traf über die Schulter von Wölfl ins Netz. Es war bereits das 100. Gegentor für die Wild Wings in dieser Saison. Es waren die Straubinger, die zu Beginn des dritten Drittels erneut in Führung gingen. Michael Connolly hatte Williams sehenswert bedient. Schönberger hatte danach vor dem Schwenninger Kasten Platz ohne Ende und konnte zum 4:2 einschieben. Zwei Minuten vor Schluss nahm Trainer Paul Thompson eine Auszeit und seinen Keeper vom Eis. So hatte allerdings Tigers-Kapitän Schönberger keine Mühe, den Puck zum 2:5-Endstand in den leeren Kasten einzuschießen. "Wir haben zu einfache Gegentore bekommen und zu viele Geschenke verteilt", ärgerte sich SERC-Verteidiger Benedikt Brückner nach der Schlusssirene.

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag gastieren die Wild Wings um 17 Uhr zum Derby bei den Mannheimer Adlern.