So schön wie das Öffnen einer Kalendertür

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 05. Dezember 2017

Schwenningen Wild Wings

Schwenninger Wild Wings genießen den Blick auf die DEL-Tabelle und freuen sich über Rang fünf.

EISHOCKEY. Die Schwenninger Wild Wings liegen nach den beiden Siegen vom Wochenende mit 43 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Im selben Zeitraum waren die Schwäne in der vergangenen Saison mit 30 Zählern Vorletzter. Ein Blick auf die Tabelle ist derzeit für jeden Schwenninger Eishockeyfan mindestens so schön, wie das Öffnen eines Türchens am Adventskalender: Die Wild Wings sind nach 29 Spielen Fünfter, haben auf den Elften Ingolstadt sechs Punkte Vorsprung, auf den Zwölften Krefeld sind es schon zwölf Zähler.

Zwei Erfolge nach Verlängerung gelangen den Schwänen am Wochenende. Auf den glanzvollen 5:4-Erfolg beim Zweiten Nürnberg Ice Tigers folgte ein 2:1-Arbeitssieg nach Verlängerung gegen die Krefeld Pinguine. "Es hätten auch zwei Punkte für Krefeld sein können. Die Jungs waren müde, wollten es aber gut machen. Torwart Dustin Strahlmeier war wieder super", sagte SERC-Trainer Pat Cortina.

Will Acton hatte die Schwenninger im ersten Drittel in Führung geschossen. Krefeld gelang im zweiten Drittel der Ausgleich. In der Verlängerung brauchte Istvan Bartalis nach Pass von Acton nur 15 Sekunden für das Siegtor. "Wir hatten das genau so einstudiert", freute sich Bartalis. Es war das vierte Saisontor des Ungarn. Bartalis nahm es übrigens gelassen, dass Cortina in dieser, wie auch schon in den vorausgegangenen Partien seine Angriffsreihen immer wieder durcheinanderwirbelte. "Ich spiele, da wo ich am meisten helfen kann", sagt der 27-Jährige.

Coach Cortina gab seinen Spielern nicht nur den Montag, sondern auch den Dienstag frei, obwohl der SERC bereits am Donnerstag wieder in Köln antreten muss. Cortina: "Ich kann jetzt nicht nur kurzfristig schauen, sondern muss auch mittelfristig mit den vielen Spielen, die es im Dezember gibt, planen. Die Jungs müssen sich ausruhen." Bartalis: "Wir waren gegen Krefeld müde und freuen uns über den zusätzlichen freien Tag. Wir werden aber alle mit unseren Familien zusammen essen gehen."

Dass die Wild Wings in dieser Saison so viel besser sind als in der vergangenen Saison, begründet Bartalis folgendermaßen: "Wir spielen defensiv viel besser, sind kompakter. Die Stimmung in der Mannschaft ist auch besser. Und Dustin hält überragend." Torwart Dustin Strahlmeier, der seinen Vertrag um ein Jahr in Schwenningen verlängerte, wird zur Halbzeit von der Fachzeitung Eishockey News als der Favorit für die Auszeichnung DEL-Torhüter des Jahres gehandelt und gehört sogar zu den Kandidaten auf den Titel des DEL-Spieler des Jahres.

Was Trainer Cortina und Sportmanager Jürgen Rumrich vorausgesagt haben, dass die Mannschaft deutlich mehr läuferische Fähigkeit und Schnelligkeit haben würde, trat ein. Die Wild Wings sind sogar in der Lage, das Tempo der Spitzenmannschaften mitzugehen. Passend zum ersten Advent traten die Schwäne erstmals in ihren dritten Trikots, den roten Ausweichtrikots, an. Trotz des Sieges, die roten Jerseys kamen bei den meisten SERC-Fans nicht an. "Wir wollen blau-weiße Trikots", sangen sie.