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28. Februar 2012
Wild Wings fühlen sich verschaukelt
SERC-Trainer Jürgen Rumrich gerät nach der 1:2-Niederlage in Rosenheim aus der Fassung und erhält eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.
EISHOCKEY. Bei der 1:2-Niederlage der Wild Wings in Rosenheim war die Schiedsrichterleistung erneut das große Thema. Unterdessen haben die Wild Wings, die nach der umstrittenen Niederlage vom Sonntagabend in der zweiten Eishockey-Bundesliga vom dritten Platz auf Rang vier zurückfielen, Unterlagen für eine DEL-Bewerbung eingereicht.
Die Wild Wings haben sich bei der 1:2-Niederlage in Rosenheim von Schiedsrichter Stefan Vogl aus Thanning verschaukelt gefühlt. Bis zur 58. Minute führten die Schwenninger in dem wichtigen Verfolgerduell durch einen Treffer von Philipp Schlager, dann kassierten sie den Ausgleich. Und als der Referee Dominik Quinlan für zwei Minuten wegen eines Stockschlags auf die Strafbank beorderte, geriet der sonst so besonnene SERC-Coach Jürgen Rumrich dermaßen in Rage, dass es noch eine kleine Bankstrafe für ihn und sein Team gab. In doppelter Überzahl markierten die Starbulls 58 Sekunden vor dem Ende das 2:1. Nach der Schlusssirene gab es wütende Proteste der Wild Wings. Trainer Rumrich stürmte zum Referee. "Rumrich hat mit angespannter Körpersprache den Schiri gefragt, ob er mit seiner Leistung zufrieden war. Ich habe unseren Trainer dann weggezogen, er ist auch sofort weggegangen", schildert SERC-Manager Stefan Wagner die Vorkommnisse nach Spielende.Werbung
Der SERC-Trainer erhielt eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Er ist für das Spitzenspiel am Freitag in Heilbronn gesperrt, das Coaching wird Toni Raubal übernehmen. Dan Hacker kassierte seinen zweiten "Zehner" und damit auch eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Er darf aber in Heilbronn auflaufen. "Ich fühle mich vom Schiedsrichter benachteiligt. Er hatte wohl ein Interesse daran, dass Schwenningen nicht gewinnt", polterte Rumrich auf der Pressekonferenz.
Unmittelbar nach dem Spiel waren die Wild Wings noch wild entschlossen, gegen die Schiedsrichterleistung Protest einzulegen. Gestern hatten sich die Gemüter aber schon wieder beruhigt. "Wir haben das nicht gemacht, weil wir wissen, dass es nichts bringt. Es kann aber auch nicht sein, dass Herr Vogl einfach im Glauben, eine gute Leistung abgeliefert zu haben, nach Hause fährt. Deshalb haben wir eine Zusatzmeldung verfasst, in der wir darum bitten, dass sich die Ligenleitung das dritte Drittel noch einmal anschaut", sagte Stefan Wagner. Der Wild-Wings-Manager weiter: "Es gab im letzten Drittel ein Strafenverhältnis von 0:6 gegen uns. Eine Bankstrafe zu verhängen, als wir schon in Unterzahl waren, ist schon sehr umstritten. Ich will die Leistung der Rosenheimer nicht schmälern, sie haben ein sehr gutes Spiel verdient gewonnen. Trotzdem wäre es mir lieber gewesen, wenn wir auf sportlichem Wege verloren hätten." Die Strafe wegen Stockschlags gegen Quinlan sei möglicherweise noch vertretbar gewesen, die kleine Bankstrafe gegen Rumrich aber nicht. "Eine Minute vor Schluss beim Stand von 1:1 ist das schon eine mutige Entscheidung des Schiris. Mich hätte interessiert, ob er der Heimmannschaft da auch zwei Minuten gegeben hätte. Andererseits muss sich Jürgen Rumrich besser im Griff haben und hätte keine abwertende Handbewegung machen sollen."
Wagner kennt den Referee aus Thanning schon viele Jahre. Auch privat. "Ich konnte mich nach dem Spiel noch lange mit ihm unterhalten. Bislang war er für mich ein guter Zweitligaschiedsrichter, aber in dieser Situation wollte er nur eines – seine Macht demonstrieren."
Der Kampf um Platz drei, der das Heimrecht für das Playoff-Viertelfinale garantiert, das am 14. März beginnt, ist wieder sehr spannend. Rosenheim ist durch den Sieg an Schwenningen vorbeigezogen. "Die Niederlage war sehr ärgerlich", so Manager Wagner. "Noch haben wir es selbst in der Hand, Dritter zu werden."
Am Freitag müssen die Wild Wings zum Spitzenreiter nach Heilbronn und haben am Sonntag gegen Bietigheim Heimrecht. Am vorletzten Spieltag der Doppelrunde treffen sie in der Helios-Arean auf Crimmitschau und im letzten Punktspiel gastieren sie beim Fünften ESV Kaufbeuren, der mit Schwenningen und Rosenheim den Kampf um Rang drei und vier ausfechten wird. Die Kaufbeurer haben fünf Punkte weniger als die Wild Wings, spielen aber noch fünfmal.
Unterdessen haben die Wild Wings und die Landshut Cannibals als einzige Zweitligisten fristgerecht ihre Unterlagen für eine mögliche DEL-Bewerbung eingereicht und die geforderten 100 000 Euro Sicherheitsleistung hinterlegt. "Es handelt sich um eine Vormeldefrist. Unser Ziel ist nach wie vor die DEL", sagte Wagner gestern. Voraussetzung wäre allerdings, dass ein DEL-Klub ausscheidet und es einen Nachrücker aus der zweiten Bundesliga für die kommende Saison gibt.
Autor: Heinz Wittmann





