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10. April 2012

Wild Wings verlieren Eishockey-Krimi

Rosenheim gelingt der 3:2-Siegtreffer im Playoff-Halbfinale vor 5600 Zuschauern in Schwenningen zehn Sekunden vor Schluss.

  1. Schwenningens Chefcoach Jürgen Rumrich (Mitte) traut seinen Augen nicht, Assistent Toni Raubal (vorne) ist das Entsetzen im Gesicht abzulesen. Die Wild Wings sind im Playoff-Halbfinale gegen Rosenheim erneut im Hintertreffen. Foto: Dieter Reinhardt

EISHOCKEY. Die Schwenninger Wild Wings haben am Samstag ihr Playoff-Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim vor 5600 Zuschauern auf eigenem Eis mit 2:3 (1:1, 0:0, 1:2) verloren. Die Bayern erzielten das Siegtor zehn Sekunden vor Schluss. Das Team aus Rosenheim führt in der Halbfinalserie nun mit 3:2. Gestern Abend fand das sechste und vielleicht schon entscheidende Spiel in Rosenheim statt (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).

Bei den Wild Wings fehlte außer dem gesperrten Stürmer Peter Boon auch Verteidiger Rob Sandrock, der über Kopfschmerzen klagte. Bei Rosenheim musste der gesperrte Verteidiger Peter Kathan aussetzen. Beide Teams konnten ihre Nervosität in der mit 5600 Zuschauern – darunter 300 Fans aus Rosenheim – bestens gefüllten Helios-Arena nicht verbergen. Es gab etliche Fehlpässe auf beiden Seiten, die ersten guten Möglichkeiten hatten Marc Wittfoth und Matthias Forster für Schwenningen, aber Rosenheims Torwart Maracle ließ sich nicht überlisten.

In der 16. Minute ging Rosenheim in Führung – in Unterzahl: Die Schwenninger verloren die Scheibe, Mitch Stephens tauchte frei vor dem Schwenninger Kasten auf und erzielte das 1:0. Für Tormann Mathias Lange gab es nichts zu halten. Den Wild Wings gelang aber prompt der Ausgleich – im Powerplay. Es war ein toller Angriff: Pierre-Luc Sleigher passte von außen auf Dan Hacker und der verlud Rosenheims Torhüter Maracle. Die Partie war spannend. Starbulls-Topspieler Corey Quirk zog in Überzahl aus kurzer Entfernung ab, Lange hielt aber klasse (25.). In der 27. Minute dann riesiger Jubel im Stadion: David Walker hatte das vermeintliche 2:1 für den SERC von der blauen Linie erzielt. Schiedsrichter Florian Zehetleitner gab den Treffer aber wegen Torraumabseits nicht. "Das war ein reguläres Tor", sagte Schwenningens Trainer Jürgen Rumrich und ärgerte sich grün und blau. Unverständlich war kurz darauf auch, dass Wild-Wings-Stürmer Wittfoth für einen Bandencheck gegen Josef Frank, der zunächst benommen liegen blieb und blutete, keine härtere Strafe als die zwei Minuten bekam. In der 36. Minute wehrte Maracle einen Versuch von Walker mit der Fanghand ab.

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Im letzten Drittel waren zunächst die Starbulls am Drücker und drängten auf das zweite Tor. Keeper Lange, der mit stoischer Ruhe im Schwenninger Kasten stand, konnte aber alle Versuche abwehren. Auf der anderen Seite klärte Maracle mit dem Schoner gegen Jason Pinizzotto. "Beide Torhüter haben sehr gut gehalten", waren sich die Trainer nach Spielschluss einig. In der 51. Minute dann ein Riesenauftritt von Max Hofbauer, der sich an der rechten Seite mit viel Schwung durchsetzte. Er passte in die Mitte und da stand wieder Walker richtig und erzielte das 2:1. In der 56. Minute eine Superaktion des überragenden Rosenheimers Quirk. Er passte auf Patrick Asselin, der frei vor Lange stand und keine Mühe hatte, die Scheibe zum 2:2 ins Tor zu schieben.

Die Partie war nun an Spannung kaum noch zu überbieten: 59 Sekunden vor Schluss musste der Schwenninger Chris Schmidt auf die Strafbank. Rosenheims Trainer Franz Steer nahm eine Auszeit und schwor seine Mannschaft noch einmal auf das Powerplay ein. Mit Erfolg: Zehn Sekunden vor Schluss traf Asselin nach einem genialen Zuspiel von Quirk zum 3:2 für Rosenheim. "Es ist sehr bitter, wenn du so ein Spiel durch einen Treffer zehn Sekunden vor Schluss verlierst. Wir hatten zuvor genug Torchancen, um das Spiel für uns zu entscheiden", sagte Rumrich. Steer pflichtete bei: "Schwenningen hatte tolle Torchancen. Ich bin aber unglaublich stolz auf meine Mannschaft, dass wir hier gewonnen haben." David Walker kassierte noch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Schiedsrichterbeleidigung und war deshalb für das sechste Spiel gesperrt.















Autor: Heinz Wittmann