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19. Juni 2017

Koch scheitert an der WM-Norm

Schwimm-Weltmeister aus Darmstadt darf nur mit einer Ausnahmeregelung in Budapest starten.

  1. Marco Koch über die 200 Meter Brust Foto: DPA

BERLIN (sid/BZ). Die knallharten WM-Normen haben ihr prominentestes Opfer am Schlusstag der deutschen Schwimm-Meisterschaft gefordert – und eine "Lex Koch" auf den Plan gerufen. Weltmeister Marco Koch darf nur mit einer Ausnahmeregelung seinen Titel bei der WM in fünf Wochen in Budapest verteidigen – wenn er denn will. Bei seinem Sieg über 200 Meter Brust in 2:08,69 Minuten blieb der Darmstädter eine halbe Sekunde über der verschärften Richtzeit.

"Das war alles, was drin war. Mehr ging heute nicht", sagte ein nicht unzufriedener Koch. Einen freiwilligen WM-Verzicht hätte er sich "definitiv überlegt, wenn ich langsamer geschwommen wäre. Aber die 2:08 sind kein Schmutz." Der zweifache Kurzbahn-Weltmeister hat mit der Umstellung auf ein verstärktes Krafttraining zu kämpfen: "Ich fühle mich ein bisschen wie ein Bodybuilder im Wasser."

Bundestrainer Henning Lambertz dürfte den Olympiasiebten aber auch ohne Leistungsnachweis zur WM mitnehmen. Die interne Entscheidung fiel in der Nominierungsrunde am Sonntagabend. "Marco hat eine Sonderstellung im Team", sagte Lambertz, er erhöhte aber auch den Druck auf seinen Vorschwimmer: "Seine Bestzeit ist aus dem Jahr 2014. Jetzt muss irgendwann auch mal ein Schritt nach vorne kommen."

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Ob mit oder ohne Koch – Deutschland wird nur mit einem Mini-Team von zehn bis 14 Schwimmern nach Budapest reisen. Einzig der überragende Doppel-Rekordler Philip Heintz, die wiedererstarkte Europameisterin Fanziska Hentke und Rückenschwimmerin Lisa Graf, die am Schlusstag über 200 Meter (2:07,63) den fünften deutschen Rekord der Titelkämpfe aufstellte, konnten die harten Normen, die sich an Platz acht bei Olympia richteten, sauber erfüllen. Dazu löste ein Freistil-Quartett über die abgeschwächte U-23-Norm Tickets für den Saisonhöhepunkt: Poul Zellmann (400 m), Damian Wierling (50 m), Florian Wellbrock (1500 m) und Celine Rieder (800 m). Hinzu kommen einige wenige Staffelnominierungen. Lambertz verteidigte die harten Normen vehement: "Das ist ein deutliches Zeichen an alle, wo wir international stehen."

Das Prädikat "Weltklasse" verdiente sich einzig Heintz. Der Olympiasechste schwamm im Vorlauf und Finale über 200 Meter Lagen jeweils deutschen Rekord. Zeiten, mit denen er sich bei Olympia nur US-Star Michael Phelps hätte geschlagen geben müssen. "Jetzt zählt er wirklich zum Kreis der ganz Großen und kämpft bei der WM um eine Medaille", sagte Lambertz.

Über die 4x200 Meter Freistil wurde die Männer-Staffel der SG Regio Freiburg mit Simon Grimm, Linus Richter, Armin Hummel und Marco Färber-Gonzalez in 7:40,17 Minuten Vierte.

Autor: sid