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11. Februar 2011
Laura Günther aus Offenburg
Wollsocken, Chucks und viel Potenzial
Menschen und Sport: Laura Günther (SSV Offenburg) gehört zu den besten Nachwuchsschwimmerinnen im Land.
SCHWIMMEN. "Als kleines Kind bin ich immer ohne Schwimmflügel ins Wasser gesprungen, obwohl ich noch gar nicht schwimmen konnte", erzählt Laura Günther. Kurzerhand meldeten ihre Eltern sie gemeinsam mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Larissa beim Schwimmkurs an. Heute ist Laura Günther 17 Jahre jung und bereits mehr als die Hälfte ihres Lebens Mitglied im Schwimm-Sport-Verein Offenburg. Seit 1999 ist die aus Weier stammende Schülerin aktive Schwimmerin.
Ihr Trainer Michél Elsté sagt: "Sie hat ein unglaubliches physisches Potenzial. Laura kann Kraft und Dampf entwickeln. Ich kenne nicht viele, die das schaffen. Wenn sie konsequenter trainiert, kann sie zu den besten Schwimmerinnen Deutschlands zählen."
Nach 2009 wurde Laura Günther auch 2010 zu Offenburgs "Jugendsportlerin des Jahres" gewählt. "Das war eine tolle Überraschung", erzählt sie. Mit der Auszeichnung wurde sie 2009 für den dritten Platz bei der Deutschen Jugendmeisterschaft über 50 Meter Freistil geehrt. Damit war sie die erste Offenburger Schwimmerin, die bei einer Deutschen Meisterschaft eine Medaille holte. "Das war ein großer Erfolg für uns", erklärt Michél Elsté, der zusammen mit seiner Mutter Lea das Training leitet. 2010 knüpfte Laura an die Erfolge des Vorjahres an, wurde Süddeutsche Meisterin in ihrer Lieblingsdisziplin 50 Meter Kraul (27,53 Sekunden) und über 100 Meter (58,44 Sekunden) Kraul. Im Delphin erreichte sie den dritten Platz (29,96 Sekunden). Doch dann bekam die Schwimmerin Probleme mit den Augen. "Ich wusste, dass der Arzt mir den Start bei der Deutschen Meisterschaft verbietet. Meine Mutter musste mich überreden, zum Arzt zu gehen." Die Teilnahme sagte Laura enttäuscht ab.
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Den größten Erfolg in ihrer Karriere feierte Laura Günther, als sie zum ersten Mal die Norm für die Offene Deutsche Meisterschaft schwamm. "Das war ein eher unbedeutender Wettkampf. Aber schließlich zählt die Zeit." Nur daran orientiert sich die 17-Jährige. "Titel sind cool, aber ich will meine Zeiten verbessern. Das treibt mich an."
Dafür trainiert sie sechsmal pro Woche, immer von 18 bis 20 Uhr. "Das ist schon sehr zeitaufwendig. Aber ich habe viele Sponsoren", erklärt Laura, "mal fahren mich meine Eltern, mal meine Schwester." Ab und zu springen auch die Großeltern ein und bringen sie mit dem Auto zum Schwimmbad nach Offenburg.
Bei 48 Trainingswochen im Jahr kommt die Athletin schon mal auf 1300 geschwommene Kilometer im Jahr. "Wir sind begrenzt durch das Hoch- und Runterschwimmen. Unser Sport ist nicht sehr kommunikativ", erklärt Michél Elsté. Im Training versuchen seine Mutter und er, für Abwechslung zu sorgen. "Da kommt es schon mal vor, dass die Schwimmer innerhalb einer Bahn eine Rechenaufgabe lösen oder nach zwei Bahnen die Hauptstadt eines Landes nennen müssen", sagt er. Bei dem Ausdruck "Kacheln zählen" muss Laura lachen. "Unsere sind sehr schmutzig", fällt ihr ein. Doch es ist vor allem die Gemeinschaft mit den anderen Schwimmern, die Abwechslung ins Training bringen. "Schwimmen ist genauso eine Mannschaftssportart. Man braucht die anderen, um richtig trainieren zu können", erklärt Laura, "außerdem ist es in den Pausen sonst sehr langweilig."
Die Berufskollegschülerin weiß, dass sie wegen ihres Sports auf vieles verzichten muss. "Vor einem Wettkampf gehe ich nicht lange weg. Manchmal vermisse ich es, abends einfach nur auf dem Sofa zu liegen und meine Lieblingsserien zu schauen." Aber durch das Schwimmen kann sie abschalten und sich auspowern. Sie merkt sofort, wenn sie nicht trainiert. "Dann werde ich total zappelig." Dann fährt sie mit ihren Eltern ins Schwimmbad und geht privat schwimmen. "Nicht viel, nur 200 Meter, dann ist wieder gut und wir fahren zurück nach Hause."
Grinsend erzählt sie, dass sie die Zeit kurz vor dem Start immer auf die gleiche Weise überbrückt. "Ich trage Wollsocken, Chucks, eine kurze Hose und höre Musik. Bei wichtigen Wettkämpfen bin ich schon nervös. Aber ich zeige das nicht. Ich bin immer diejenige, die die anderen beruhigen muss." Die 17-Jährige sagt auch: "Früher hatte ich sehr viele Fehlstarts. Aber wenn man bei uns im Verein einen Frühstart hinlegt, muss man das Startgeld selbst zahlen. So habe ich das richtige Starten gelernt", erklärt Laura.
Laura Günther
Im Frühjahr macht Laura erst mal ihren Schulabschluss. "Dann werde ich Erzieherin oder ich gehe zum Zoll." Bis dahin will die 17-Jährige mit dem Schwimmen noch mal richtig Gas geben.
Autor: Hanna Frei



