BI kann auch ohne BASF

Martin Eckert

Von Martin Eckert

Sa, 17. Mai 2014

Schwörstadt

Gegner der Einkapselung der Kesslergrube boykottieren Informationsveranstaltung der BASF.

GRENZACH-WYHLEN. Die Bürgerinitiative Zukunftsforum hat am Donnerstag die Informationsveranstaltung der BASF zur Einkapselung des Perimeter 2 komplett boykottiert. Spontan hatte man sich im Drei König zu einer ausgelassenen Gegenveranstaltung getroffen, an der auch Vertreter der Freien Wähler, der FDP und der Grünen teilnahmen. Aufgrund des kurzfristig angesetzten Termins konnten allerdings nicht alle Mitglieder und Sympathisanten erreicht werden, so dass nur der harte Kern von etwa 25 Personen erschienen war.

Als Elke Habel, die bei der BASF-Veranstaltung eine Stellungnahme der BI verlesen hatte (siehe Seite 32) bei den Mitstreitern ankam, wurde sie mit Standing Ovations begrüßt. Auch ein offener Brief von Herbert Flum, Gemeinderatsmitglied der Freien Wähler, an die BASF (wir berichteten) wurde begeistert aufgenommen, da "endlich mal jemand ein Exempel statuiert, den Mund aufmacht und sagt, was er denkt", wie es von einem der Anwesenden zusammengefasst wurde.

Manfred Mutter, der Sprecher der BI, machte in seiner Rede deutlich, wie geschockt und verärgert man von der BASF und deren unfairer Interpretation des Nachhaltigkeitsgutachtens sei. Selbst der Nachhaltigkeitsgutachter Helmut Dörr sei "extrem verärgert darüber", wie die Erkenntnisse seines Gutachtens missachtet worden seien, wie Mutter weiter berichtete.

Weiter hob er in seiner Rede hervor, dass die Thematik verstärkt ins Interesse der Öffentlichkeit gelangt. Nicht nur in den lokalen Medien erscheinen mehr und mehr Leserbriefe und Artikel, auch der SWR hatte am Donnerstag in der Gemeinde zum Thema gefilmt. Auch habe Mutter allein in den letzten Tagen mehr als 120 E-Mails zum Thema Kesslergrube erhalten. Man möchte die Bevölkerung weiter informieren und sensibilisieren, da man davon ausgeht, dass viele Einwohner gar nicht wissen, was für giftige Stoffe überhaupt in der Vergangenheit in der Kesslergrube vergraben wurden. "Und das nur 400 Meter von der geplanten Neuen Mitte in Grenzach entfernt", war mehrfach zu hören. Gleich mehrere Punkte würden die Kesslergrube einzigartig und zu einem Sonderfall in ganz Deutschland machen. Daher müsse geprüft werden, ob die aktuellen Gesetzte für einen derartigen Sonderfall überhaupt ausreichend seien. Unterstützung erhofft man sich hierbei von der Politik und Umweltminister Franz Untersteller, der Vertreter der BASF zu einem Gespräch eingeladen hat.

Man sei sich bewusst, dass man sich mit einem übermächtigen Gegner anlegt, vor dem viele kuschen, will aber jede Chance nutzen, so Mutter. Es wolle niemand in Nachbarschaft einer Giftgrube wohnen. Man setze sich auch für die kommenden Generationen ein.