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19. Januar 2012
Dem Winter fehlt immer noch der richtige Biss
Der meteorologische Winter könnte der mildeste seit vielen Jahren werden / Änderung seit vergangenem Wochenende.
SCHWÖRSTADT (kor). Am Sonntag, 15. Januar, war Halbzeit des zahnlosen Winters 2011/2012. Die erste Hälfte des meteorologischen Winters ist mit einem Temperaturüberschuss von 4°C nach der ersten Hälfte des milden Winters 2000/2001 die zweitwärmste seit Messbeginn 1997. Mit einem Niederschlagsüberschuss von 280 Prozent ist es die niederschlagsreichste erste Halbzeit eines meteorologischen Winters Hobby-Meteorologe Helmut Kohler mit seinen Aufzeichnungen begann.
Bis jetzt verzeichneten wir erst zwölf Frosttage (langjähriges Mittel 35 Tage) und keinen einzigen Eistag mit Dauerfrost (langjähriges Mittel 9,5 Tage). Wir hatten nur drei Tage mit Schneefall und fünf Tage mit einer Schneedecke, wobei die höchste Schneedecke am 20.Dezember zwölf Zentimeter erreichte.
Weshalb gibt es solch unterschiedliche Winter? Laut DWD entscheidend für einen kühlen oder milden mitteleuropäischen Winter ist in den meisten Fällen die Druckverteilung über dem Atlantik. Dort gibt es zwei dominierende Druckgebilde, die das Wettergeschehen bestimmen: Das Islandtief und das Azorenhoch. Die Schwankung der Druckverhältnisse zwischen diesen beiden Druckgebilden wird als Nordatlantische Oszillation (NAO) bezeichnet, dabei wird die Differenz der Druckabweichung vom mittleren Druckwert des Islandtiefs und des Azorenhochs gebildet. Ein positiver NAO-Index bedeutet, dass Islandtief und Azorenhoch sehr kräftig sind, sodass sich zwischen diesen Druckgebilden eine kräftige westliche Strömung einstellt. Mit ihr gelangt sehr milde und feuchte Meeresluft vom relativ warmen Atlantik nach Europa. Somit gestaltet sich das Wetter dann meist auch sehr niederschlagsreich und wegen des starken Luftdruckgegensatzes häufiger stürmisch. Das kommt uns doch bekannt vor, diesen Winter blieb der NAO-Index bisher stets positiv.
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Am vergangenem Wochenende änderte sich die Wetterlage. Der NAO-Index hat sich bewahrheitet, seit dem Wochenende gibt es Minusgrade, und zumindest vorübergehend wird arktische Polarluft herangeführt. Ob dieser kühlere Witterungsabschnitt nur eine kurze Episode bleibt und sich dann das stürmische und milde Westwindwetter fortsetzt, oder ob sich die Wetterlage dann grundlegend umstellt und der bisher noch zahnlose Winter dann doch noch seine Zähne zeigt, ist derzeit noch unsicher. Sollte die zweite Halbzeit so zahnlos bleiben wie die zweite Hälfte des vergangenen Winters, so würde es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der mildeste meteorologische Winter seit Aufzeichnungsbeginn werden.
BAUERNREGEL WINTER
Noch eine Bauernregel und Singularität zum "zahnlosen" Winter: "Ist bis Dreikönig kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter." Die Statistik dieser Singularität besagt, dass wenn es bis zum 6. Januar insgesamt wärmer als normal ist, auch der nachfolgende Winterabschnitt bis Ende Februar in 4 von 5 Fällen normal (10 %) bis zu warm (70 %) ausfällt Natürlich sind einzelne Wintereinbrüche dabei nicht ausgeschlossen, meist jedoch nicht von langer Dauer.
Autor: kor
Autor: kor
