Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

06. Juni 2016

Die "Helden des Alltags" erhalten von allen viel Lob

Feuerwehr Schwörstadt blickt auf Leistung von 150 Jahren zurück.

SCHWÖRSTADT. 77 lederne Löscheimer und drei Leitern standen im Jahr 1866 in Oberschwörstadt für die Brandbekämpfung bereit. Bis dahin halfen sich zwar die Einwohner, wenn es brannte, aber richtig organisiert war das Löschen nicht. Als sich dann 46 engagierte Bürger zu einem Freiwilligen Feuer-Lösch-Corps zusammenschlossen, änderte sich das. Zwar gab es Jahre lang noch Rivalitäten mit der Feuerwehr in Niederschwörstadt, die zum Beispiel eine andere Kupplung an ihre Spritze baute, damit man sich nicht gegenseitig helfen konnte, doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Heute ist die Feuerwehrabteilung Schwörstadt mit zwei großen Löschfahrzeugen und Mannschaftstransporter bestens ausgestattet, verfügt über alle Technik, die für die Einsätze benötigt wird. Vor allem aber sind es die 35 Männer und eine Frau der Abteilung, die gut ausgebildet für alle Notfälle bereitstehen.

Beim Festakt am Freitatabend würdigte Landrätin Marion Dammann, dass die Feuerwehrleute auf ihre Freizeit zum Nutzen der Bevölkerung verzichten. "Auch die Schwörstädter Feuerwehr zeigt Stärke und Entschlossenheit, wenn es gilt, Gefahren für die Allgemeinheit zu bekämpfen oder abzuwenden", sagte die Landrätin. "Wir müssen es sehr hoch einschätzen, dass sie dabei selbst Gefahren auf sich nehmen. Wegen laufend neuer Anforderungen bedarf es auch ständig weiterer Qualifikation."

Werbung


Abteilungskommandant Daniel Ebi blickte in die Gesichtete der Feuerwehr zurück. Oft sei die Schwörstädter Wehr auch nach außerhalb gerufen worden Schon 1866 kaufte Niederschwörstadt eine erste Feuerspitze. Die heutige Leistungsfähigkeit wurde mit dem ersten Tanklöschfahrzeug durch den Bund in den 60er Jahren begründet. Bürgermeister Artur Bugger kam auf die Nachwuchsgewinnung zu sprechen. Sie habe in Schwörstadt große Tradition und sei nahezu lebenswichtig für den Erhalt. "Ohne aktive Jugendarbeit hätte unsere Feuerwehr heute nicht den vorhandenen Personalbestand", sagte er. Bugger erinnerte daran, dass die Jugendfeuerwehr seit 25 Jahren besteht. Seitdem gab es 34 Übernahmen in die Abteilung, damit wurde der größte Teil der heutigen Aktivmannschaft selbst ausgebildet. "Unsere Feuerwehrleute leisten viel mehr als nur Ausbildung und Einsätze," würdigte Bugger. "Sie packen kräftig mit an, wenn es darum geht, ihr eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern. Und das alles ehrenamtlich." Erst vor wenigen Jahren hatten Feuerwehrleute in Eigenleistung die Böden im Gerätehaus tiefer gelegt für die höheren Löschfahrzeuge. Armin Schuster, Mitglied des Innenausschusses im Deutschen Bundestag würdigte das große ehrenamtliche Engagement. "Unser spezielles System der freiwilligen Mitarbeit in den Rettungsorganisationen wird international immer wieder anerkannt und auch bestaunt", sagte er. "Für unsere Gesellschaft ist diese Einsatzbereitschaft von unschätzbarem Wert." Gerade die vergangenen Tage mit den Hochwasserlagen hätten gezeigt, wer die wahren Helden des Alltags sind. Dazu passe auch, dass die Teilnehmer des Festaktes alle Gäste in Gedenken an den in Schwäbisch-Gmünd beim Einsatz ums Leben gekommenen Kameraden schweigend verharrten. Als Anerkennung für die aufopferungsvolle Arbeit lud Armin Schuster sechs Feuerwehrleute zum Besuch nach Berlin ein. Mehrfach wurde während der Festveranstaltung die gute Zusammenarbeit der Feuerwehr mit anderen Notfallorganisationen gewürdigt.

Vor allem DRK-Ortsvorsitzende Bärbel Zumkeller lobte die gemeinsamen Übungen und reibungslose gemeinsame Einsätze. Im September begeht die Schwörstädter Feuerwehr ihr Jubiläum mit einem mehrtägigen Fest, dazu gibt es bereits eine Broschüre, die Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart vermittelt.

Autor: Rolf Reißmann