Keine Ausnahme von der Regel

Helmut Kohler

Von Helmut Kohler

Do, 02. August 2018

Schwörstadt

Der Monat Juli war zu sonnig, zu warm, viel zu trocken und hat der Siebenschläferregel alle Ehre gemacht / Kühle nicht in Sicht.

SCHWÖRSTADT. Zu sonnig, zu warm und erneut viel zu trocken: Bis zum jetzigen Zeitpunkt passt die Siebenschläferregel auf den Punkt. Der Juli war in Schwörstadt 1,3 Grad Celsius (°C) wärmer als der Juli des Rekord-Hitzesommers 2003. In dem gegenüber der Norm von 1980 bis 2010 2,5 °C zu warmen und 51 Stunden zu sonnigen Sommermonat fiel mit 46 Liter pro Quadratmeter (l/m²) nicht einmal die Hälfte des langjährigen durchschnittlichen Juliniederschlages.

Unter dem Einfluss von Hoch "Eckehard" begann der mittlere Sommermonat mit zwei Hitzetagen (ab 30 °C) in Folge. Am 3. Juli beendeten gewittrige Regenschauer die bereits seit 20 Tagen anhaltende Trockenheit und sorgten zum Gefallen der Vegetation für das sehr dringend benötigte Nass.

Nach einem weiteren Hitzetag mit 31,1 °C erhöhte Tief Elisiona den Juliniederschlag am 5. und 6. mit einem kurzen Gewitter und Schauern auf 34,4 l/m². Hoch Falk bescherte der Region ab dem 7. Juli wieder trockenes, ruhiges, meist sonniges und warmes Sommerwetter. Nach acht niederschlagsfreien Tagen in Folge und nach weiteren zwei Hitzetagen am 14. und 15. Juli waren die 0,6 l/m² Regen am 15. nur ein Tropfen auf den heißen Stein und milderten die Trockenheit nicht. Mit 35 l/m² fiel in der ersten 1,3 °C zu warmen Julihalbzeit erst 32 Prozent des normalen Juliniederschlages und die Sonne schien an 147 Stunden schon 57 Prozent des Julisolls.

Auch die zweite Julihälfte begann mit den Hochs Falk und Gottfried mit weiteren fünf Hitzetagen in Folge hochsommerlich warm. Während im vieljährigen Mittel von 1981 bis 2010 in Schwörstadt an 51,4 Tagen Temperaturen über 25 Grad (Sommertag) erreicht werden, wurde diese Temperaturmarke bereits am 17. Juli überschritten. Nach der acht Tage anhaltenden Hitzephase brachten leichte gewittrige Schauer am 20. und 21. mit 4,0 l/m² Regen jedoch keine merkbare Abschwächung der anhaltenden Trockenheit. Mit einer Höchsttemperatur von nur 21,5 °C gab es am 21. wenigstens wieder einmal eine Durchschnauftemperatur, bevor mit Hoch Helmut warme Luft aus Südwesten einfloss. Mit subtropischen Luftmassen, die durch die Sonneneinstrahlung weiter erhitzt wurden, waren die Bedingungen für eine Hitzewelle pünktlich zu den Hundstagen erfüllt. In einer sternenklaren Nacht konnte die absolute Mondfinsternis am 27. Juli ohne Sichteinschränkung beobachtet werden.

Diese Hitzewelle mit vier Hitzetagen in Folge wurde nur unter dem Einfluss des Tiefs mit dem passenden Namen Juli am 28. durch ein kurzes Gewitter unterbrochen, das aber keinen nennenswerten Niederschlag oder gar Abkühlung mit sich brachte.

Nach dieser kurzen Hitzeerholung machte sich ab dem 29. bis zum Monatsende wieder Hochdruckeinfluss breit und mit der kräftig einheizenden Sonne stiegen die Temperaturen erneut auf weit über 30 °C an. Zum Monatsabschluss hatten wir am 31. Juli mit 36,6 °C die bisher höchste Temperatur des Jahres.