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21. Januar 2012
Konsenstrasse soll A98 Dampf machen
Machbarkeitsstudie für den Abschnitt zwischen Schwörstadt und Obersäckingen ist im Landratsamt Waldshut vorgestellt worden.
SCHWÖRSTADT/WALDSHUT. Begleitet von großen Erwartungen für einen raschen Fortgang der Autobahnplanung in den Abschnitten 5 (Karsau-Wehr) und 6 (Wehr-Murg) ist am Freitag im Landratsamt Waldshut eine alternative Trassenplanung vorgestellt worden, die die beiden Landkreise Waldshut und Lörrach, der Regionalverband, die Kommunen Wehr und Bad Säckingen sowie die Schluchseewerke in Auftrag gegeben haben.
Die Studie, die jetzt vom Regierungspräsidium geprüft wird, trägt bereits den Titel "Konsenstrasse" und wird vom Waldshuter Landrat Tilmann Bollacher bereits als "Meilenstein" gepriesen, weil er einen Lösungsweg aus dem Trassendilemma aufzeigt. Mit der Studie ist das Lörracher Büro Rapp-Regioplan beauftragt worden, die den Bereich zwischen dem Wolfsgraben oberhalb von Schwörstadt bis über den Bergsee hinaus untersuchen sollte.Planer Johannes Brandsch hatte mit den drei beteiligten Kommunen Gespräche geführt und die Fixpunkte aufgenommen: Drei sind es für Schwörstadt: Die Gemeinde leidet an einer "unerträglichen Verkehrsbelastung" (Brandsch) und drängt auf eine schnelle Realisierung. Zum Zweiten müsse eine Umfahrung bereits verkehrswirksam sein, wenn der Anschnitt 5 gebaut ist, nicht erst wenn Abschnitt 6 so weit ist und drittens dürfe eine Alternativtrasse für Schwörstadt keine Verschlechterung insbesondere für die sensiblen Bereiche Wolfsgraben und Oberdorf bringen, insbesondere was Lärm und Luft anbelangt.
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Aufgrund der Problematik in Wehr (die Bergtrasse würde ein wichtiges Entwicklungsgebiet durchschneiden) war für die Planer klar, dass dort nur eine Taltrasse in Frage kommt. Dies aber hat für Schwörstadt Auswirkungen, weil die Autobahn ja oberhalb von Schwörstadt verläuft, dann aber ins Tal geführt werden muss. Die Planer haben in jenem Abschnitt einen Trassenverlauf gewählt, der derjenigen der sogenannten Stephansloch-Variante ähnelt, die nach der Wolfsgrabenbrücke nach Süden verschwenkt wird. Weil die Höhenlage der Wolfsgrabenbrücke aber beibehalten wird, kann auf einen rund 320 Meter langen Tunnel verzichtet werden.
Nach dem Überqueren der B34 bei Brennet wird die A98 im Tal geführt. Um dort aber die baulichen Ansprüche an eine Autobahn erfüllen zu können, muss allerdings die Eisenbahnlinie im Bereich des Haltepunkts Brennet um 50 Meter nach Süden verlegt werden – grundsätzlich, so Brandsch, bestehen hiergegen auch von Seiten der Bahn keine Einwände, zumal der Bahnhof Brennet ohnehin abgerissen werde. Mit der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke, die bis 2016 erfolgen soll, könnte auch die Trassenverlegung erfolgen, so Brandsch. Im Bereich Brennet soll nach der Alternativplanung auch der Anschluss an die B 518 und die B34 erfolgen. Weil der Knotenpunkt damit komplett im Abschnitt 5 legen würde, wäre im Falle der Realisierung die Verkehrsentlastung von Schwörstadt sofort gegeben – unabhängig vom anschließenden Abschnitt. In diesem wird die Trasse dann wieder bergwärts verschwenkt, um den Bad Säckinger Anliegen und dem möglichen Bau des Pumpspeicherwerks Rechnung zu tragen.
Die Reaktionen der Planer und Auftraggeber waren durchweg positiv: Als dickes Plus wird gewertet, dass die Trasse kein FFH-Gebiet mehr berührt und dass alle Kommunen damit leben können, wie deren Bürgermeister Thater (Wehr) und Guhl (Bad Säckingen) betonten. Schwörstadts Bürgermeister Artur Bugger betont, dass die Kommune immer kompromissbereit war, der Gemeinderat bisher aber voll auf die Bergtrasse setzt. Er will zunächst den Gemeinderat informieren, dann eine Bürgerversammlung einberufen, in der die Verfasser der Alternativtrasse ihre Pläne erläutern. Am wichtigsten sei, dass eine Entlastung vom Verkehr schnellstmöglich erfolge und Schwörstadt nicht schlechter gestellt werde, deshalb interessiert Bugger auch die Einschätzung des Regierungspräsidiums, zumal bisher für die Alternativplanung keine Kostenberechnung vorliegt. Die Planer gehen davon aus, dass ihre Autobahn im Abschnitt 5 günstiger, im Abschnitt, mit einem 3,2 Kilometer langen Tunnel um Bad Säckingen teurer wird.
KONSENSTRASSE
Bewertung: Im Abschnitt 5 (Karsau-Wehr) gehen die Planer von einem klaren Plus bei den Punkten Verkehr, Wirksamkeit und Raumordnung gegenüber bisherigen Varianten aus. Besser schneidet auch die Umwelt ab.
Autor: rs
Autor: Ralf Staub


