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01. Februar 2012

Abrechnung spät, aber erfreulich

Endgültige Bilanz für 2010 überrascht Seelbach: Dreimal höhere Gewerbesteuereinnahme als geplant und vielfach höhere Rücklagen.

SEELBACH. Wie weit Prognosen oder Erwartungen und die Realität auseinanderliegen können, verdeutlicht die Jahresrechnung für 2010, die der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag zur Kenntnis genommen hat. Bei 500 000 Euro ist der Ansatz für die Gewerbesteuer gelegen, 1,51 Millionen Euro sind tatsächlich in die Gemeindekasse geflossen. 67 000 Euro sollten als Überschuss des Verwaltungshaushalts in den Vermögenshaushalt fließen, am Ende sind es 1,55 Millionen Euro gewesen. Ganze 2500 Euro haben nach dem Haushaltsplanentwurf auf die hohe Kante gelegt werden sollen, schließlich hat der Kämmerer 1,35 Millionen Euro in den Rücklagen verbuchen können.

Die hohen Gewerbesteuereinnahmen, die hohen Zuweisungen des Landes und in der Folge der hohe Betrag, der schließlich den Rücklagen zugeführt werden konnte, nannte Bürgermeister Thomas Schäfer denn als signifikant für ein Haushaltsjahr, an dessen Beginn Befürchtungen überwogen, in dem dann die Wirtschaft nach der Krise schnell Tritt fasste und auch in Seelbach die Kasse klingeln ließ.

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Neue Software verzögerte Ergebnis der Jahresrechnung 2010

In der Folge lag auch das Volumen des Haushalts 2010 erheblich über dem Ansatz von 11,33 Millionen Euro. Das Ergebnis von 15,61 Millionen Euro bedeutet eine Steigerung um 4,28 Millionen Euro gegenüber dem Entwurf. Der Verwaltungshaushalt lag um 3,34 Millionen Euro über dem Ansatz von 9,81 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt um 940 000 Euro über dem Ansatz von 1,51 Millionen Euro. Kämmerer Wolfgang Mech, der die Bilanz für 2010 erläuterte, machte indes deutlich, dass das Volumen nicht allein auf die üppig fließenden Steuereinnahmen und Zuweisungen zurückzuführen sei.

Vielmehr habe die Gemeinde 2010 erstmals mit einer neuen Finanzsoftware gearbeitet, mit der kalkulatorische Einnahmen nun im gesamten Haushalt verbucht werden und nicht nur – wie bisher – bei den kostenrechnenden Einrichtungen. Das bedeutete zusätzliche Einnahmen von 1,55 Millionen Euro, denen allerdings ebendieser Betrag auf der Ausgabenseite gegenübersteht. Die Einführung der neuen Software ist auch die Ursache, warum die Jahresrechnung 2010 erst jetzt und nicht bereits im Herbst 2011 vorgelegt werden konnte.

Haupteinnahmequelle: Steuern und Zuweisungen

Die Steuern und Zuweisungen lagen 2010 mit 6,21 Millionen Euro um 1,37 Millionen Euro über dem Ergebnis des Jahres zuvor. Sie machten knapp 50 Prozent der Einnahmen der Gemeinde aus und waren damit die Haupteinnahmequelle. Mech wäre nicht Kämmerer, hätte er diese Feststellung nicht mit dem dezenten Hinweis versehen, dass diese Einnahmen nur eingeschränkt von der Gemeinde beeinflusst werden können. Er erläuterte die größeren Veränderungen über den Bereich Steuern und Zuweisungen hinaus, die mit zu dem für die Gemeinde höchst erfreulichen Ergebnis geführt haben.

Alfred Himmelsbach (CDU) kommentierte die Jahresrechnung: "Wir haben wahnsinnig Glück gehabe". Sein Wunsch war, in dieser Gemeinderatsperiode noch einmal ein solches Ergebnis zu sehen. "Glück" wollte Wolfgang Himmelsbach (SPD) so nicht stehen lassen. Hinter dem Ergebnis stehe der politische Wille, rasch aus der Krise herauszukommen und die notwendigen Instrumentarien – zum Beispiel die flexible Handhabung der Kurzarbeit – bereitzustellen. Jürgen Matt (SPD) wollte nicht nach dem Spruch "Es ist alles gesagt, nur noch nicht von mir" handeln und sparte sich eine Stellungnahme.

Autor: Theo Weber