Der Ortskern wird umgestaltet

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Do, 07. Dezember 2017 um 17:01 Uhr

Seelbach

Verwaltung und Planer haben bei der gut besuchten Bürgerversammlung die Neugestaltung vorgestellt.

SEELBACH. Das Zentrum des Luftkurortes Seelbach wird sich mit dem Umbau des Rathauses und der Neugestaltung der Hauptstraße bis in wenigen Jahren in einem wesentlich attraktiveren Bild präsentieren als heute. Das haben Verwaltung und Planer bei der gut besuchten Einwohnerversammlung im Bürgerhaus Klostergarten am Mittwochabend erklärt. Für Diskussionen haben vor allem die Entwürfe zur Umgestaltung der Hauptstraße zwischen Geroldsecker- und Marktstraße gesorgt.

Historischer Klosterkomplex
Finanzieller Schwerpunkt ist der Umbau und die Sanierung des historischen Rathauskomplexes, für den die Gemeinde bei geschätzten Gesamtkosten von knapp fünf Millionen Euro rund 1,7 Millionen Eigenmittel aufwenden muss. Die Prognose für das laufende Haushaltsjahr mit einem erwarteten Plus von 991 000 Euro lassen Bürgermeister Thomas Schäfer dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Die Umgestaltung des Klosterkomplexes ist nach dem Rückkauf des an das Rathaus angebauten ehemaligen Metzgereigebäudes durch die Gemeinde möglich geworden.

Im Vordergrund stehen neben der energetischen Sanierung die Neuordnung der Amtsräume und Barrierefreiheit. Letztere kann laut Architekt Christoph Wussler allerdings nur in den beiden Obergeschossen komplett umgesetzt werden. Als prägendes Element ist an der Ostseite des Rathaustraktes der Anbau eines Windfangs am Haupteingang angedacht, durch den man direkt und barrierefrei das Bürger- und das Tourist-Info-Büro erreichen kann.

Im Klosterinnenhof wird der alte Kreuzgang wieder eingerichtet, der auch als Zugang zum Bürgersaal und zur Dauerausstellung "Prähistorische Funde" in der neu einzurichtenden Lützelhardstube dienen wird. Hierbei gab es Kritik in der Aussprache an der Größe der Lützelhardstube von nur gut 18 Quadratmetern. Damit würde kein Platz für eine Schulklasse bleiben. Es wurde angeregt, die Größe zu verdoppelt. Doch Bürgermeister Thomas Schäfer sprach sich dagegen aus, weil die angeregte Verdoppelung zu Lasten des verfügbaren Platzes im Bürger-/Sitzungssaal gehen würde.

Das 4,92 Millionen Euro teure Vorhaben soll durch einen Zuschuss aus der Städtebauförderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro, über den Ausgleichstock mit 850 000 Euro und aus Eigenmitteln der Gemeinde in Höhe von 1,7 Millionen Euro finanziert werden.

Neugestaltung Hauptstraße
Aufgrund mehrerer Bauprojekte – unter anderem das Rathaus und das Löffler-Areal – soll die Hauptstraße im Bereich zwischen Geroldsecker- und Marktstraße umgestaltet werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf der behindertengerechten Niveaugleichheit von Fahrbahn und Gehweg, dem Schaffen zusätzlicher Freiräume durch die veränderte Anbindung der Geroldsecker Straße und der Umgestaltung des Rathausvorplatzes liegen.

Für einiges Bauchweh sorgte bei den Bürgern und Bürgerinnen das Vorhaben, auf Haltestellen für Linienbusse zu verzichten und sogenannte Buscaps am Fahrbahnrand einzurichten. Diese sind mit einem Schrammbord ausgestattet, das körperbehinderten Fahrgästen das Ein- und Aussteigen erleichtert. Nun befürchten einige Anwohner, dass sich hinter den haltenden Bussen lange Schlangen bilden könnten, weil bei einer Fahrbahnbreite von nur 6,50 Metern ein Vorbeifahren bei Gegenverkehr kaum möglich sei.

"Im Extremfall müsste man bei einem hohen Verkehrsaufkommen in Richtung oberes Schuttertal und sogar bis nach Lahr hinter einem Bus herfahren, weil an ein Überholen auf der ganzen Strecke nicht zu denken ist", sagte einer der Wortmelder über die Verkehrssituation nach der Hauptstraße-Umgestaltung.