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10. Februar 2012

Ein Workshop mit Bürgern soll her

Die Kommission Familie und Soziales will Seelbach auf die alternde Gesellschaft vorbereiten.

  1. Die Generationen sollen sich begegnen. Foto: dpa

SEELBACH. Die Kommission Familie und Soziales hat ihr Augenmerk in der jüngsten Sitzung ganz auf den demographischen Wandel gerichtet. Ein Vortrag des Referenten Ulrich Bürger vom Kommunalverband für Jugend und Soziales zum Thema im vergangenen November im Bürgerhaus hatte für Ernüchterung gesorgt. Deshalb hielt die Kommission nun eine Nachlese für unumgänglich, um konkreter Projekte anzustoßen, die sich mit dem unaufhaltsamen Gesellschaftswandel beschäftigen. Das Ergebnis der Sitzung ist die Planung einer weiteren Veranstaltung, in der sich Seelbacher Bürger aktiv in Workshops einbringen können.

Marlene Schneider, Sprecherin der Kommission und Teilnehmerin an der Podiumsdiskussion, sprach von einem bleibenden Eindruck und einer gewaltigen Resonanz auf den Vortrag vom November. Etliche Bürger hätten sie danach darauf angesprochen. Die Tatsache, dass jüngere Menschen immer weniger und Ältere immer mehr würden, erfordere dringenden Handlungsbedarf und ein generelles Umdenken in der Gesellschaft, vor allem in der Gemeinde, alles andere sei große Politik. Hierbei stelle sich die Frage, wo es konkrete Ansätze geben könne und in wieweit sie realisier- und leistbar seien.

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Daniel Janka, Realschulrektor, erachtetet eine Basisarbeit in der Schule und bei der Ausbildung junger Menschen als wichtigen Bestandteil zur Vorbereitung auf den Wandel. "Die jungen Menschen können diese Last nur tragen, wenn sie hierfür gerüstet sind. Die Generationen müssen sich zudem vertrauen können und sich begegnen", so Janka. Der Verteilungskampf dürfe nicht als Kampf der Gegensätze verstanden werden, sondern als gemeinsame Herausforderung. Hier müsse ein neues Bewusstsein geschaffen werden.

Ihm habe der Vortrag die Augen geöffnet, sagte Steffen Tisch vom Leitungsteam des Jugendclubs Holzwurm. Was bislang als theoretisches Modell erschien, sei schon Realität, der Umbruch des Generationenvertrags habe längst begonnen. Was für die älteren Menschen bislang eine sichere Rente gewesen sei, müssten junge Menschen bereits heute als Vorsorge in ihre Lebensplanung einbeziehen. Auch die Abwanderung junger Menschen aus dem Ort und die Gründe hierfür müssten beleuchtet werden, so Tisch.

Für Bürgermeister Thomas Schäfer ist die Veranstaltung im November ein Lostreten von Diskussionen gewesen. Begriffe wie die Umverteilung der Finanzen und Ressourcen, der gesellschaftliche, soziale und volkswirtschaftliche Wandel müssten mit Inhalt gefüllt werden. Dies werde ein langfristiger Prozess, der der Kommune Umstrukturierungen abverlange, die bei der Kinderbetreuung und mit der Planung einer Mensa bereits begonnen hätten.

Auch Jugendvertreterin Ellen Janka sprach sich für ein zielorientiertes und generationsübergreifendes Projekt mit zwei bis drei Schwerpunkten aus. Die Kommission entschloss sich, eine Veranstaltung zu planen, die die Bürger mit Workshops aktiv einbeziehen soll. Schwerpunkte sollen auf folgenden Fragen liegen: Was heißt familienfreundliche, jugendfreundliche, seniorenfreundliche Kommune? Wie lässt sich diese im Hinblick auf den demographischen Wandels besser gestalten?

Für eine optimale Vorbereitung will die Kommission den Koordinator des Ortenauer Bündnisses für Familie, Hans-Jürgen Lutz, zu Rate ziehen.







Autor: Beate Zehnle-Lehmann