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28. Januar 2012
Konzept hängt von Zuschüssen ab
Arbeitskreis hat sich für eine Variante entschieden: Schwimmbad soll für über zwei Millionen Euro saniert und umgestaltet werden.
SEELBACH. Läuft alles nach Plan, können sich die Wasserratten von der Saison 2014 an im runderneuerten Seelbacher Schwimmbad tummeln. Ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg dahin ist getan. Der von der Gemeinde eingerichtete Arbeitskreis, bestehend aus interessierten Bürgern und Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, haben eine Variante erarbeitet. Sie wird im Frühjahr den Gemeinderat beschäftigen, der sie dann als Grundlage für die Entwurfsplanung absegnen soll. Der Kostenrahmen liegt bei zwei bis 2,2 Millionen Euro.
Zufrieden mit der Arbeit der 18 Mitglieder des Arbeitskreises ist Bürgermeister Thomas Schäfer. "Er war heterogen zusammengesetzt und so heterogen waren auch die Wünsche. Ich denke, wir haben einen Kompromiss gefunden, der alle Interessen berücksichtigt, derer, die nur schwimmen wollen ebenso wie die derer, bei denen der Spaßfaktor im Vordergrund steht oder derer, die Erholung suchen."Ausgangspunkt für die Planungen war, dass am inzwischen mehr als 50 Jahre alten Schwimmbad der Zahn der Zeit kräftig genagt hat. Die Technik war veraltet, das Bad genügte den heutigen technischen und teilweise auch hygienischen Anforderungen nicht mehr. Das Landratsamt hatte der Gemeinde deswegen bereits die gelbe Karte gezeigt. Geändert haben sich im Lauf der Zeit auch die Ansprüche der Besucher an ein Schwimmbad. Deshalb stand von Anfang an fest, dass es bei einer Sanierung auch zu Neuerungen kommen müsse.
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Der Gemeinderat hat das Büro protec Ingenieure beauftragt, Vorschläge für die Sanierung und Modernisierung des Schwimmbads zu erarbeiten. Die fünf Varianten hat das Büro vor knapp einem Jahr in einer Informationsveranstaltung den Bürgern vorgestellt. Diese Studien und auch die Ergebnisse einer Bürgerbefragung waren Grundlage für den Arbeitskreis.
Die erarbeitete Variante sieht ein Becken mit 1020 Quadratmetern Wasserfläche vor. Die Mitglieder haben sich für ein Edelstahlbecken ausgesprochen. Das hat zur Folge, dass die Ausbuchtung an der Ostseite aus Kostengründen wegfällt. Das Becken bekommt fünf 50-Meter- und zwei 25-Meter-Bahnen. Die 50-Meter-Bahnen können je nach Bedarf mit einem Seil geteilt werden, der Nichtschwimmerbereich wird so größer. Nach den Vorstellungen des Arbeitskreises soll das Becken einen Strömungskanal mit Schaukelbucht, Massagedüsen und Schwallduschen erhalten.
Von Norden her führt eine breite Einstiegstreppe mit Wassergewöhnungsbereich in den Nichtschwimmerbereich. Die Sprunganlage wird von der West- an die Südseite verlegt. An der Westseite des Nichtschwimmerbereichs ist eine Riesenrutsche mit einem eigenen Landebecken vorgesehen. Mit diesen Neuerungen soll die Zahl der Badegäste gesteigert werden. "Weniger Wasser – weniger Energie – bessere Wasserhygiene", formuliert Schäfer die Erwartung an die neue Technik. Selbstverständlich wird das Bad auch künftig beheizt sein. Ob das wie bisher geschieht, indem dem Wasser der Schutter Wärme entzogen wird, ist nur eine der möglichen Varianten. Andere sind eine Luft-Wärme-Pumpe, die Beheizung mit Sonnenenergie, mit Gas, mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Blockheizkraftwerk in Zusammenarbeit mit dem Campingplatz. Bis März soll die Frage der Heizung geklärt sein, sagt Schäfer. Dann wir der Arbeitskreis eine Gesamtschau machen und eine Empfehlung an den Gemeinderat geben.
Im Juni/Juli sollen die Bürger über das Projekt informiert werden. In diesem Jahr soll der Zuschussantrag gestellt werden. Die Gemeinde geht davon aus, aus der Tourismusförderung Geld zu erhalten. Die Voraussetzung, dass mehr auswärtige als einheimische Besucher ins Bad kommen, ist nach den Worten Schäfers erfüllt. Der Fördersatz liegt bei 25 Prozent der förderfähigen Kosten, die Gemeinde geht von einem Zuschuss von 500 000 Euro aus. Baubeginn soll, wenn alles wie geplant läuft, direkt nach Ende der Badesaison 2013 sein. Das runderneuerte Schwimmbad könnte dann zur Saison 2014 öffnen. Eins macht Schäfer allerdings deutlich: Ohne Zuschüsse ist das Projekt so nicht zu stemmen. Dann müsste umgepolt und umfinanziert werden.
Autor: Theo Weber
