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17. Dezember 2010

Schach statt Mathe macht Spaß

Schach hat auf verschiedenen Ebenen positive Auswirkungen auf die Schüler / Seelbacher Schule beteiligt sich an dem Projekt.

  1. Das Schachbrett anstatt des Mathematikbuchs steht für die Drittklässler eine Stunde jede Woche im Rahmen des Projekts Schach statt Mathe im Mittelpunkt des Unterrichts. Foto: theo weber

SEELBAACH. Schach statt Mathe – welcher Schüler hätte sich diese Alternative nicht gewünscht. Für die Drittklässler der Grund- und Werkrealschule ist das Wirklichkeit. Eine Stunde in der Woche spielen sie Schach. Nicht weil die Schüler im Mathematikunterricht unterfordert sind, sondern weil Schach an der Schule positive Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, auf schulische Kompetenzen und auf das soziale Verhalten von Kindern hat.

Das ist das Ergebnis des Versuchs mit Schach statt Mathe an zwei Schulen. Das Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund plant nun unter der Federführung des Professors Tobias C. Stubbe seit dem Frühjahr eine Studie zu diesem Thema auf einer breiteren Basis. Sie hat sich deshalb an Schulen gewandt, die bereits Erfahrung haben oder die beabsichtigen, Schach statt Mathe einzuführen, um denen eine wissenschaftliche Begleitung anzubieten.

"Wir sind immer bereit, innovative Ideen aufzunehmen", sagte Konrektor Gerd Hilberer bei der Vorstellung des Projekts gestern Vormittag in der Schule. Er erinnerte daran, dass Schach in der Schule in Seelbach eine lange Tradition hat. Der Schachclub, dessen Vorsitzender David Suhm gestern Vormittag auch dabei war, ist in der Nachmittagsbetreuung engagiert und unterstützt die Schule bei den Schulschachwettkämpfen. Und das erfolgreich. Das Team der Hauptschule wurde im vergangenen Schuljahr Sieger in Südbaden und Zweiter in Baden-Württemberg.

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Am heutigen Freitag beginnt für die Mannschaft mit David Suhm als Betreuer der neue Wettbewerb auf Kreisebene in Rheinbischofsheim. Ziel ist, so Hilberer, den baden-württembergischen Titel möglichst nach Seelbach zu holen.

Dass das Projekt Schach statt Mathe eine andere Intention und Zielrichtung hat, machte Adelbert Kern deutlich. Er hat das Projekt initiiert und leitet es auch mit seinem Kollegen Tobias Hummel. Kern erläuterte, dass sich Schach statt Mathe in vielen Bereichen positiv auswirkt. Es stärkt einmal die fachliche Kompetenz. Die Schüler lernen am Schachbrett beispielsweise, was Senkrechte und Waagrechte, Gerade und Diagonale sind, sie lernen mit Koordinaten umzugehen. Über die fachliche Kompetenz hinaus lernen sie Niederlagen kennen, sie erfahren, dass Niederlagen Folge eigener Fehler sind. Sie lernen, dass sie nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen, dass Regeln zu beachten sind, sie lernen strategisches Denken und vorauszuplanen.

"Seelbacher Weg" und Alleinstellungsmerkmal

"Die Schüler sind hochmotiviert und wollen richtig spielen", erzählt Kern. Doch spielen die Drittklässler anfangs nur mit einem Teil der Figuren und auf einem Teil des Schachbretts. Zum Ende des Schuljahrs sollen sie wissen, wie man mit allen Figuren auf dem ganzen Brett spielt.

Dass sich die Seelbacher Schule an dem Projekt beteiligt, nennt der Pädagoge den "Seelbacher Weg" und ein Alleinstellungsmerkmal. Seines Wissens ist sie die einzige Schule in Baden-Württemberg, die sich an dem Projekt beteiligt. Doch das Projekt ist nicht zum Nulltarif zu haben. Und hier kommt die Volksbank Lahr ins Spiel. Sie unterstützt das Projekt mit einer Spende von 1000 Euro. Dafür kann die Schule die Unterrichtsmaterialien anschaffen, die ansonsten die Eltern der Drittklässler hätten bezahlen müssen. Susanne Hübner von der Volksbank Lahr folgte gestern Vormittag interessiert den Erläuterungen zu dem Projekt. Ihr galt der Dank Hilberers und Kerns ebenso wie Manfred Kienzler, dem Vorsitzenden des Schulfördervereins, der das Projekt ebenfalls unterstützt.

Autor: Theo Weber