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06. Februar 2012
"Zu wissen, man ist nicht allein, macht stark"
BZ-INTERVIEW mit der Vorsitzenden der Herzgruppe.
SEELBACH. Die Herzgruppe Seelbach gibt es seit 25 Jahren. Mitglieder trainieren gemeinsam, um nach einer Erkrankung das Herz kontinuierlich und angemessen wieder aufzubauen. BZ-Mitarbeiterin Beate Zehnle-Lehmann hat mit der Vorsitzenden Barbara Baumann darüber gesprochen.
BZ: Frau Baumann, zur Gründungszeit waren Sie Mitte zwanzig, also in der Blüte des Lebens. Was hat Ihr Interesse für die Gruppe geweckt?Baumann: Dass ich körperlich nicht selbst betroffen war, ist richtig. Ich habe damals in Karlsruhe unter anderem Sport studiert, wobei der gesundheitsorientierte Sport immer mehr Gewicht bekam. Zur gleichen Zeit rief der Seelbacher Arzt Peter May die Herzgruppe ins Leben.
BZ: Was für Sie bedeutete, die erlernte Theorie sogleich in die Praxis umsetzen zu können?
Baumann: Umfassend betrachtet, ja. In den achtziger Jahren wuchs ein anderes Gesundheitsbewusstsein. Als Studenten sind wir in Betriebe gegangen, um gezielten und präventiven Sport zu treiben.
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BZ: Dieses Bewusstsein führte auch zur Gründung einer sogenannten Selbsthilfegruppe in Ihrem Heimatort Seelbach?
Baumann: Der damals praktizierende Arzt Peter May hatte viele betroffene Patienten im Schuttertal. Eine Rehabilitation vor Ort kontinuierlich weiterführen zu können, hob die Idee einer Herzgruppe aus der Taufe.
BZ: Und hat sich etabliert?
Baumann: Wir haben uns permanent weiter entwickelt. Spezielle Ausbildungen der Übungsleiter und die Betreuung durch vier Ärzte boten schon in den Anfängen eine professionelle Begleitung nach einer Erkrankung. Hierbei zählt auch, wie bei allen Schicksalsschlägen, der menschliche Aspekt. Zu wissen, dass man nicht alleine ist mit dem Erlebten, macht stark und zuversichtlich.
BZ: Welches Krankheitsbild haben Sie vor Ort am häufigsten?
Baumann: Die meisten unserer Patienten haben einen Infarkt erlitten, andere haben Probleme mit der Herzklappentätigkeit oder leiden unter einer koronaren Herzkrankheit, einer Erkrankung der Herzkranzgefäße.
BZ: Welche Altersgruppen betreuen Sie?
Baumann: Von 30 bis 80 Jahren. Viele Mitglieder sind schon seit der Gründung dabei, was bedeutet, dass sie schon jung betroffen waren. Gesundheit ist kein Privileg junger Menschen.
BZ: Sie sind immer noch als Übungsleiterin tätig und mittlerweile auch als Vorsitzende. Ihnen ist diese Institution sozusagen ans Herz gewachsen?
Baumann: Wir haben uns permanent gefestigt und sind auf große Resonanz gestoßen. Das motiviert und verbindet auf Dauer. Wir schauen heute auf 45 aktive Mitglieder, die mit ganzem Herz beim Sport sind.
Autor: bzl
