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03. Mai 2014

Sehnsucht und Wagnis

Ausstellung über "Mystik heute" im Georg-Scholz-Haus / Sechs Kunstschaffende stellen aus.

WALDKIRCH. Begleitet von Susanne-Meier-Faust als Kuratorin beschäftigten sich über ein Jahr lang sechs Kunstschaffende mit dem Thema Mystik und deren Umsetzung in zeitgenössische Werke. Die erste Ausstellungsstation des Projekts ist vom 4. bis 25. Mai das Georg-Scholz-Haus.

Die einzelnen Räume des Georg-ScholzHauses wurden dieses Mal nicht im Sinn einer Werkschau bestückt, sondern zu einem Aspekt der Umsetzung des Themas Mystik haben Projektteilnehmer ihre Arbeiten in einem Raum gemischt zusammengetragen. Die meisten Arbeiten sind im Prozess des Projektes neu entstanden. Die Künstler hatten sich gegenseitig besucht, inspiriert und diskutiert.

Die Vielfalt der Techniken und Sehweisen ließen ein Kaleidoskop entstehen, das so anziehend und die Auseinandersetzung damit herausfordernd ist wie der Begriff Mystik. "Die Werke entstanden", so Susanne Meier-Faust, "aus der Überzeugung heraus, dass gerade im Kontext eines alles andere abwertenden Wirtschaftlichkeitsdenkens Mystik für die menschliche Existenz erst recht Bedeutung haben kann". Anerkennend würdigte die Gruppe den Plan von Meier-Faust, ästhetisch und inhaltlich passende Arbeiten in jeweils einem Raum zu vereinen, und so einerseits das Projekt als Gesamtwerk zu präsentieren, andererseits eine Allegorie zu zeigen. "Der Weg ist ein immer wiederkehrendes Thema im Sinn einer Möglichkeit zum Erreichen eines Zieles", erklärte Dorothea Jöster, Goldschmiedin und Bachelor of Visual Arts in Jewellery, die an der Ausstellung mit Schmuckobjekten und Installationen beteiligt ist. So verschieden wie die Teilnehmer sind, seien ihre Erkenntnispfade, ihre Zugänge zu dem einen Thema.

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IngOhmes versteht sich als moderne Frau, für die Recherche und Meditation nur unterschiedliche Formen von Suche sind. Sie ging das Thema mit Mitteln der Fotografie und Grafik an, indem sie Motive aus der Natur so bearbeitete und zusammensetzte, dass das Ergebnis zwar noch Bezug zur Wirklichkeit hat, aber darüber hinaus weist.

Geboren in Mailand ist für Maria Christina Tangorra die Architektur und die christliche Bau- und Bildsymbolik Quelle für Gemälde und Installationen.

Mit Schmuckobjekten und Montagen zeigt Annemarie Matzakow ihre Ergebnisse aus der Beschäftigung mit dem Zugang der Sufi zur Mystik. Die Verwendung moderner Materialien wie Polyester und Neusilber, zum Beispiel bei ihren "Gebetspfeilen", ist für sie ein Brückenbau von altem Wissen zur Neuzeit.

Für Dorothea Panhuyzen ist ein Merkmal der Mystik, dass in ihr von Unaussprechlichen zu sprechen versucht wird. Mit Kunst, mit Bildern, Objekten und Installationen will sie Türen öffnen, wo Worte versagen. Dabei bevorzugt sie Kupfer.

Dieter Weißenberger zeigt in seiner Malerei unter anderem von Verzückung ergriffene Porträts, also die Auswirkungen mystischen Erlebens. Übereinander gelegte Farbschichten verleihen den Bildern Transparenz und Brillanz. Auch seine Collagen sind Ergebnisse einer alles durchdenkenden und mit Sorgfalt und Zeit gestaltenden Arbeitshaltung.

Allen Ausstellenden gemeinsam ist das Anliegen, dem Betrachter zu vermitteln, wie etwas von innen und außen und von außen nach innen wirkt, um sich dadurch den eigenen inneren Mysterien zu öffnen.

Info: Die Ausstellung "Mystik heute" wird am Sonntag, 4. Mai, 11 Uhr im Georg-Scholz-Haus eröffnet. Im Rahmen der Ausstellung sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen: Neben der beliebten Schreibnacht zum Thema (10.5., 20 Uhr) wird am 16. Mai, 18 Uhr, ein Kunstgespräch der Kunstschaffenden mit dem Publikum stattfinden, moderiert von der Kuratorin. Richard Reschika liest am 22. Mai, 20 Uhr, aus seinem Buch "Und plötzlich ist Klarheit. Christliche Erleuchtungserlebnisse von Paulus bis heute". Finissage ist am 25. Mai. Öffnungszeiten: Donnerstag, 17 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag, 15 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 15 Uhr in der Merklinstraße 19.

Autor: ehb