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23. April 2010

Gründungsversammlung ist am 7. Juni

Beim Informationsabend zur Bürgerenergiegenossenschaft in Sexau gab es eine nahezu komplette Zustimmung für das Projekt.

  1. Elisabeth Strobel, Andreas Götz und Michael Goby bestritten den Informationsabend zur Bürgerenergiegenossenschaft. Foto: Frank Berno Timm

SEXAU. Am 7. Juni soll die Gründungsversammlung einer Bürgerenergiegenossenschaft stattfinden. Deren erstes Objekt könnte eine Photovoltaikanlage auf dem Bauhofdach sein. Der Informationsabend am Mittwoch fand starkes Interesse, unter den Teilnehmern waren auch Sexauer, die längst selbst Energie produzieren.

Das Ergebnis war eindeutig: Bürgermeister Michael Goby bekam im Geschwister-Roser-Saal von rund 50 Teilnehmern eine nahezu komplette Zustimmung, als er fragte, wer dafür sei, dass eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet werden soll. Vorausgegangen war eine ausführliche Gesprächsrunde, moderiert von der Vorsitzenden des Dachverbands der Bürgerenergiegenossenschaften, Elisabeth Strobel. Sie hat die Gründung von bislang 26 Genossenschaften landesweit begleitet. Andreas Götz, Kommunalberater bei der EnBW vom Regionalzentrum Rheinhausen, wies auf das Unterstützungsprogramm des Unternehmens für Energiegenossenschaften hin. Zwei Jahre begleitet der Energiekonzern die Genossenschaft unentgeltlich. Erste Berechnungen für das Sexauer Bauhofdach haben laut Götz ergeben, dass sich 70 KWp erzeugen ließen – für Investitionskosten zwischen 250 000 und 300 000 Euro.

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Strobel und Götz klärten die wichtigsten Fragen. So stehe noch nicht fest, ob die Kürzung der Einspeisevergütung, wie sie die Bundesregierung angekündigt habe, wirklich komme. Alle wesentlichen Entscheidungen – Höhe der Genossenschaftsanteile, Art und Umfang der Projekte, Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat, Hinzunahme von Fremdkapital – könne die Genossenschaft selbst fällen. Die Betriebs- und Folgekosten halten sich Strobel zufolge in Grenzen, auch für Entsorgung beziehungsweise Wiederverwertung entwickele sich ein Markt. Vorstand und Aufsichtsrat müssten ehrenamtlich tätig sein. Inzwischen hat es bei anderen Genossenschaften die ersten Dividenden gegeben – man könne mit fünf Prozent jährlich rechnen.

Der EnBW schlug indes auch ein wenig Skepsis entgegen, schließlich betreibe sie Atomnkraftwerke. "Wir können uns dem Klimaschutz nicht verschließen", entgegnete Götz, der klarstellte, dass es einen gesetzlich garantierten Vorrang für erneuerbare Energien gebe und konventionelle Kraftwerke im Zweifel heruntergefahren würden. Bürgermeister Goby wird nun eine Mustersatzung bekommen und Termine anbieten, diese durchzusprechen.

Autor: Frank Berno Timm