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07. Februar 2012

Jäger und Landwirte verständnisvoll

Die beiden Gruppen diskutierten gemeinsam bei BLHV-Kreisversammlung in Sexau über die Problematik von Wildschäden.

  1. Gespräch zwischen Jägern und Landwirten über Wildschäden (von links): Rechtsanwalt Michael Nödl, BLHV-Kreisvorsitzender Stefan Engler und Bezirksgeschäftsführer Ulrich von der Horst in Sexau Foto: Gerda Oswald

SEXAU. Aufschlussreiche Begegnung: Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) lud zur Kreisversammlung die Jägerschaft ein, um gemeinsam über das Problem der Wildschäden zu sprechen. Gerade Wildschweine durchpflügen so manches Maisfeld und richten inzwischen auch Schäden im Rebberg an. Die Regulierung von Wildschäden ist für die Jäger inzwischen zu einem risikobehafteten Teil des Jagdpachtvertrages geworden.

"Wir wollen zwischen den Landwirten und Jägern eine Brücke schlagen. Das große Interesse an der Gesprächsrunde zeigt uns, dass die Wildschäden beiden Seiten auf der Seele brennen", begrüßte der Kreisvorsitzende des BLHV, Stefan Engler aus Teningen-Köndringen, die zahlreichen Gäste im "Bergmattenhof". Justitiar Michael Nödl vom BLHV ist selbst Jäger und kennt daher beide Sichtweisen. Er gab einen rechtlichen Überblick zu den Jagdgenossenschaften und den Eigenjagdbezirken. Üblicherweise werde die Genossenschaft von der Gemeinde verwaltet, erklärte er. Doch in Weisweil und vor allem im Elztal und in Simonswald gebe es selbstverwaltete Jagdgenossenschaften mit ehrenamtlichem Vorstand. Deshalb informierte er detailliert über Schadensvermeidung, Mitschuld und das Schadensverfahren. "Sie müssen innerhalb einer Woche den Wildschaden bei der Gemeinde melden, sonst erlöscht der Ersatzanspruch", riet Nögl. Gleichwohl riet er zu einer Abwicklung des Schadens zwischen Pächter und Grundstücksbewirtschafter auf direktem Weg und ohne Vorverfahren. Eine gütliche Einigung sei jedoch auch jederzeit im Laufe des Verfahrens noch zulässig.

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Jagdgenossen berichteten von gut funktionierendem Miteinander. Wichtig sei das Gespräch mit frühzeitigen Informationen. So könne sich gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Von einem jährlichen Rehessen, Aufstellen von Hochsitzen, Bejagungsschneißen, Elektrozäunen, intelligenter Besucherlenkung oder Freizeitdruck durch Biker im Wald wurde berichtet. Ein Jäger gab zu bedenken, dass die Jagd noch Freude und nicht nur eine Abwicklung von Schadensersatzansprüchen sein müsse. Er sprach sich für eine finanzielle Deckelung im Pachtvertrag aus – dieser Vorschlag wurde jedoch von den Vertretern des BLHV kritisch gesehen.

Kreisjägermeister Frank Waibel (Waldkirch) bedankte sich im Namen der 500 Mitglieder der organisierten Jägerschaft für die Gesprächsbereitschaft und die praxisbezogenen Empfehlungen zur Vermeidung von Schäden. Die Jagd sei kein Hobby, sondern Leidenschaft und Verpflichtung, den Wildbestand nachhaltig zu bewirtschaften, betonte er. Eine Verjüngung bei den Jägern hält er für wünschenswert.

Geschäftsführer Heinz Rehm vom Maschinenring Beisgau (MR) stellte die Leihmaschinen sowie die Arbeitskräfte zur Schadensbehebung sowie die Möglichkeit vor, die finanzielle Schadensregulierung nach Sätzen des MR zu nutzen.

Hanspeter Hoernstein vom Landwirtschaftsamt auf der Hochburg nahm die Anregungen auf, dass Söhne der Landwirte vermehrt angesprochen werden sollen, die Jägerprüfung zu machen. Ein weiterer Vorschlag, der ein grundsätzlich positives Echo fand: Bei der Ausbildung zum Jäger und zum Landwirt sollten die Grundkenntnisse des jeweils anderen Berufes zumindest gestreift werden. So gingen praktische Grundlagen nicht verloren und das gegenseitige Verständnis wachse, zeigte sich die Runde überzeugt.

Tipp: Eine ausführliche Infobroschüre mit dem Umgang bei Wildschäden durch Schwarzwild kann bei den Verbänden von Landwirten und Jägern angefordert werden.

Autor: Gerda Oswald