Nun ist in Sexau der Sexit geplant

Georg Voß

Von Georg Voß

Di, 28. Februar 2017

Sexau

Lafrianer von 18:48 feiern ihren 51. Lafri-Schoppen.

SEXAU. Pünktlich um 11.11 Uhr begann in der Narhalla, dem verdunkelten Saal des evangelischen Gemeindehaus, der 51. Lafrischoppen. Nach dem Einmarsch gab es ein dreifach kräftiges Lafri Lafro. Die rund hundert Besucher waren sofort dabei. Präsident Gunter Härer forderte gleich die Besucher auf: "Trinkt Bier, Sekt und Wein, denn keiner will ein Rindvieh sein." Dann die haargenaue Anweisung an die Besucher, wie ein Glas Bier zu trinken ist. Es fehlte auch nicht manch schaler Witz: "Für Vegetarier gibt es statt Konfetti auch Luftschlangen." Und so steht die Fasnet unter dem Zeichen des Alkohols: "Wenn das so weiter geht bis morgen früh, dann stehen wir im Alkohol bis an die Knie." Tatsächlich gab es die Möglichkeit dazu bei der Lafrinight um 19.11 Uhr im evangelischen Gemeindehaus zum Fasnetsausklang mit Tanz und Stimmung mit der Paryband Halbtrocken.

Dennoch gibt es auch Nüchternes zu erzählen, als Marcel Hiller als De Bott auf die Bühne stieg und die neuesten Bekanntmachungen aus Sexau kundtat. Kostprobe: Eine Frau macht sich in den Sexauer Supermarkt auf. Sie ist mit dem Fahrrad unterwegs und nimmt auch ihr Velo mit in den Supermarkt. Die Ware kommt in den Fahrradkorb. Das spart Zeit – und aus dem Supermarkt ist ein Drive-In geworden.

Insgesamt war das Programm recht ausgewogen, auch wenn nicht jeder Witz zündete. Aber es gab auch ein Novum beim Lafrischoppen. Alina Wieber legte in Gardeuniform als Tanzmariechen einen flotten und couragierten Tanz auf der Bühne mit einer Spagateinlage. Eine Zugabe von ihr wurde von Besuchern gefordert, die dann auch kam. Gunter Härer konnte sich gerade noch herausreden, warum er in der kurzen Wartezeit zuvor kein Spagat machen konnte. Für tänzerischen Schwung sorgten auch die Lafri-Teens mit einer choreographischen Mischung zu "Chips vor dem Fernseher", "Oma ist der Hit" und bayrischer Volksmusik.

Anna Emmenecker schlüpfte in der Rolle der Selli klei Wild und erzählte von ihrer Führerscheinprüfung. Sie ging zur Fahrschule und versuchte die Prüfungsfragen auszufüllen. Was man beim Abschleppen beachten sollte, war so eine Frage. "Ich verrate doch nicht meine Taktik", dachte sie. Und dann kam es zur praktischen Fahrprüfung. "Anne, du fährst zu schnell, zu langsam." Doch Anne hatte die Schnauze voll: "Wenn du doch alles besser weißt, dann fahr doch einfach selber."

Offensichtlich ist auch Donald Trump ein geeignetes Ziel närrischen Spotts. So wurde der amerikanische Präsident mit hochbewaffneten Bodyguards auf die Bühne geführt und hielt eine Ansprache in der "Capitol of Brettental." Er empfahl gleich den Mauerbau zur Freiämter wie zur Emmendinger Grenze und warb für den Sexauer Sexit. Anstatt Markenmineralwasser könne man dann das Wasser von Brettenbach trinken, anstatt Rum und Wodka heimisches Kirschwasser. An den "Burgerking" (Bürgermeister) Michael Goby, der gerade in Vorderösterreich (sprich Waldkirch) weilt, gewandt: "Der Burgerking will das Rathaus renovieren. Aber statt in die Schule zu ziehen, solle er die Hochburg plattmachen und dort das Rathaus hinstellen.