Prächtige Einstimmung auf die Adventszeit

Dagmar Barber

Von Dagmar Barber

Fr, 08. Dezember 2017

Sexau

Das gemeinsame Konzert der Chorfreunde Sexau und des Akkordeon-Clubs Sexau war eine gelungene musikalische Mischung.

SEXAU. Marcel Hiller ist ein ausgezeichneter Geschichtenerzähler: an diesem Abend brilliert er als Moderator mit Episoden zu den vorgetragenen Stücken, lädt alle mal eben zum Japanischkurs ein und glänzt überraschend mit "Wenn ein Stern vom Himmel fällt" von der Empore der evangelischen Kirche mit dem Saxophon. Der im September 18 Jahre alt gewordene Schüler des Emmendinger Goethe-Gymnasiums ( hat das musikalische Talent seines Vater René Hiller, des Leiters der Chorfreunde Sexau, geerbt und ist schon ein richtiger Entertainer.

Überhaupt ist das gemeinsame Konzert der Chorfreunde Sexau und des Akkordeon-Club Sexau in der Kirche sehr stimmungsvoll. Die Gäste werden mit Glockengeläut empfangen, auf dem Fußweg sind rechts und links Kerzen aufgestellt. "Fröhliche Weihnacht überall" wird angekündigt. Hiller: "Jetzt führen wir die kleinen mit den großen zusammen, zu einem Weihnachtslied, bekannt bei Jung und Alt. Unter der Leitung von Raphael Gottlieb für den Schulchor Sexau und René Hiller für die Chorfreunde Sexau". "Wir tragen Freude in die Weihnachtswelt" – mit großer Inbrust beginnt der Schulchor Sexau. Für diesen Eifer bekommen alle eine weihnachtliche Überraschungstüte.

"La Pastorella" besingt die Schäferin von Val Gardena und wurde bereits von bekannten Interpreten vertont. An diesem Abend singen die Chorfreunde Sexau den Titel. "Wenn ein Stern vom Himmel fällt" ist ein Songs von Udo Jürgens. Der Songtitel spielt auf den "Stern von Bethlehem" an, das richtige Stück für ein Weihnachtskonzert in der Kirche. Der nächste Song, den die Chorfreunde Sexau wunderschön vortrugen, erhielt den Golden Globe Award und viele weitere Auszeichnungen für die beste Filmmusik im Jahr 1979. Der Hit wurde vielfach gecovert oder übersetzt – sogar ins Japanische. Dort heißt der Song "Ai wa Hana, Kimi wa Sono Tane". Der Moderator neckt das Publikum: "Ich bin mal gespannt, ob ihr das auch hinbekommen würdet – auf Japanisch… Keine Sorge – auch eine deutsche Übersetzung gibt es, die nennt sich – schlicht und einfach – Die Rose." Der Chor singt, diesmal "Der See friert zu". In diesem berührenden Text werden die den Menschen tragenden Wege über das Eis zum Sinnbild für den Lebenspfad der Erleuchtung und Erkenntnis, erklärt Hiller. Und dann ein Arrangement von Lorenz Maierhofer. "Advent ist ein Leuchten" gilt schon als Standard der modernen Adventssongs.

Bevor sich die gesamte Truppe mit 30 Aktiven präsentierte, kam ein kleineres Ensemble aus acht Spielern des Akkorden-Orchesters Denzlingen/Sexau. Mit dem Werk nahmen sie am Bezirksmusikwettbewerb des Deutschen Harmonika-Verbandes Bezirk Breisgau in Münstertal teil. Dort erhielten sie 45 von 50 Punkte, das Prädikat "Hervorragend" und einen Pokal. Hiller: "Das ist einen großen Applaus wert!" Es folgte das Vorspielstück aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel".

Weiter ging es mit dem Orchester des Akkordeon-Orchesters Denzlingen/Sexau, beides unter der Leitung von Ronny Fugmann. Sie begannen mit dem "Concerto D’Amore" von Jacob de Haan. Zuerst eine barockartige Ouvertüre, anschließend poppige und schwungvolle Motive. In dieser Mischung ein abwechslungsreiches Konzertwerk für Akkordeonorchester. Nach dem schnellen eröffnenden ersten Satz, schreitet der zweite Satz mit einem Andante fort. Nach einem lebhaften Vivace scherzando endet das Stück im vierten Satz mit einem finalen, schnellen Allegro Giocoso. Nach dieser Einleitung kündigt Hiller die "Vegelin-Suite" von Jacob de Haan an.

Wie der Name des Songs "Choral & Rock Out" von Ted Huggens schon vermuten lässt, werden dabei verschiedene Musikstile miteinander verschmolzen. Dazu holt sich das Akkordeon-Orchester Denzlingen/Sexau die Klarinettistin Birgit Burkhard als Verstärkung. "Freude schöner Götterfunken" ist der krönende Abschluss mit einem großen Zusammenspiel aus Chorfreunde & Akkordeon-Orchester. Schöner konnte die Einstimmung zur Adventszeit kaum sein.