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10. Januar 2012

So klingt die russische Seele

Don-Kosaken-Chor begeistert in der vollen Sexauer Kirche.

SEXAU. Traditionell feiert die russisch-orthodoxe Kirche am Epiphanias-Tag ihr Weihnachtsfest. Passend zum Ende der Weihnachtszeit gab, auch zur Freude von Pfarrer Botho Jenne, der Don-Kosaken-Chor von Maxim Kowalew in der schönen evangelischen Sexauer Dorfkirche ein festliches Konzert. Die Zuhörer in der auch auf der Empore besetzten Kirche tauchten in russisch-orthodoxe Kirchengesänge, Kosakenlieder, Volksweisen und Balladen ein.

Die Sänger begannen mit einem gottesdienstlichen Teil, in dem die Gebete mit melancholischer Intensität gesungen wurden – eindrucksvolle russisch-orthodoxe Sakralmusik. Unter der Leitung von Anatoli Kunitzki intonierten die sieben Sänger eine klangvolle Erinnerung an das alte Russland. Stimmgewaltiger Chorgesang erklang in dem für seine Akustik bekannten Kirchenschiff und ließ die Besucher in Begeisterung ausbrechen.

Traditionell begann das Konzert mit der "Zarenhymne", in der die ganze Stimmenvielfalt des Chores zu hören war. Anknüpfend an die Tradition der großen Kosakaenchöre zeichnete sich der Chor durch seine Disziplin aus, die er dem musikalischen Leiter Maxim Kowalew verdankt. Besonders überzeugend waren die Soloeinlagen, mit denen die einzelnen Sänger ihre herrlichen und vollen Stimmen bewiesen. Mit ihren Kirchengesängen, meist in ukrainischer und russischer Sprache, faszinierten die Sänger das Publikum. In dem auf deutsch gesungenen Lied"Ich bete an die Macht der Liebe" erklang die Dominanz des Tenor-Solos von Nicolai Kurshatsov präzise. "Suliko", ein Lied aus Georgien, auch im Repertoire einheimischer Männerchöre, erklang bei der Interpretation des Donkosakenchors in deren tiefen Stimmlagen sakraler und innerlicher. Im Weihnachtslied "Himmel und Erde" sang Yuri Yakuschev ein reines Basso-Profundo-Solo. Im "Abendlied" erklang Victor Dzemiankow's reines Tenorsolo, der Chor begleitete ihn mit feinen Glockentönen.

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Im zweiten Teil erzählten russische Volksweisen und Kosakenlieder vom "Heiligen Baikalsee". "Dubinuschka" mit dem Basssolo von Juri Yakushevoder kam gut an, "Marusja" brachte die Stimmung eines fröhlichen Kosakenmarschs. Volle Bässe und brillianter Diskant wechselten einander ab.

"Eintönig klingt das Glöcklein" mit einem getragenen Tenorsolo von Victor Dzemiankov, begleitet von den zarten Glockentönen und den volltönenden Stimmen des Chors, rief besonders großen Applaus hervor.

Beim Abschiedslied "Guten Abend, gute Nacht", von Zuhörern und Chor in deutscher Sprache gemeinsam gesungen, war manche verstohlene Träne der innerlichen Rührung zu sehen.

Auf dem Knopfakkordeon (Bajan) begleitete Anatoli Kunitzki die Sänger. Die Textansage auf Deutsch und Russisch leistete Nikolai Kurshatsov. Fast jeder Sänger hatte seinen Soloauftritt und wurde vom Publikum gefeiert. Helle Töne, samtige Baritone und die typisch russischen Bassstimmen begeisterten die Zuhörer. Jedes Chorstück wurde mit großem Beifall belohnt."Kalinka" beendete eine großartige Aufführun, das Publikum spendete stehenden Beifall. Anatoli Kunitzki, seit 1996 Dirigent bei den Donkosaken dirigierte erstmalig die Gruppe des Abends, wie er der BZ gegenüber erwähnte. Zum Konzept gehört, dass keine modernen Lieder präsentiert werden; der Chor singt ausschließlich traditionelle sakrale und slawische, ukrainische, weissrussische und russische Kosakenlieder, begleitet vom Bajan (Knopfakkordeon). Beim wunderbaren Sexauer Konzert erwies sich dies als Erfolgsrezept.

Autor: Hans Meidhof