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16. Januar 2012
Spitze bei Betreuung der Kleinsten
Zum Jahresauftakt hob Bürgermeister Goby auf Sexaus Vorzüge ab und ernannte Reinhard Petermann zum Gemeindeältesten.
SEXAU. Zum Jahresauftakt trafen sich die Sexauer am Samstagabend in der Hochburghalle. Im doppelten Jubiläumsjahr – Sexau feiert sein 1150-jähriges Gemeindejubiläum und 30 Jahre Jumelage mit dem elsässischen Andlau – folgten so viele Mitbürger der Einladung, dass sich einige sogar mit einem Stehplatz begnügen mussten. Zum "Gemeindeältesten" ernannte Bürgermeister Michael Goby den langjährigen Schulleiter Reinhard Petermann.
Reinhard Petermann kam 1966 als junger Lehrer nach Sexau. Sofort engagiere er sich neben seinem pädagogischen Auftrag auch in der kirchlichen und politischen Gemeinde. Schnell zog er in den Kirchengemeinderat ein und nach seinem Engagement in der SPD wurde er 1975 in den Gemeinderat gewählt. Ab 1984 war er Bürgermeister-Stellvertreter und als SPD-Fraktionsvorsitzender maßgeblich an der Gemeindeentwicklung beteiligt. Einstimmig habe der Gemeinderat den Schulleiter im Ruhestand zum "Gemeindeältesten" berufen. "Ich bin glücklich, dass ich geehrt wurde", brachte Reinhard Petermann seine Freude auf den Punkt.Werbung
Zum Auftakt gab’s ein Gläschen Sekt und nach einer musikalischen Einlage der Bläsergruppe des Musikzugs schritt ein sichtlich gut gestimmter Bürgermeister ans Mikrofon. Die Halle war bis zum letzten Stehplatz gefüllt; darunter befand sich auch eine große Abordnung aus Andlau, was Michael Goby besonders freute. Ein besonderer Gruß galt den 194 Neubürgern; die Brettentalgemeinde hat im vergangenen Jahr um 25 Einwohner zugelegt. Neben dem Überbringen der besten Wünsche für die Zukunft nutze Goby die Feier über das vergangene Jahr zu berichten, verbunden mit einem Ausblick auf anstehende Projekte. Auf Platz eins im gesamten Landkreis liegt Sexau bei der Betreuung der unter Dreijährigen: Für 70 Prozent hat sie Platz im neu renovierten und erweiterten Kindergarten. Durch die Kooperation mit Freiamt sieht Goby den Erhalt der Schule gesichert.
Im Neubaugebiet "Mühlenbacher" tue sich viel, gleichwohl gebe es noch Bauplätze. Die beiden Landesstraßen wurden 2011 saniert und die Dorfsanierung kommt in Gang. In neuem Glanz erstrahlt das Rebhüsli. Mit 2,2 Millionen Euro sei das Investitionsprogramm durchaus ambitioniert – unter anderem Neubau einer Kunstturnhalle – gleichwohl werde die Gemeinde im siebten Jahr in Folge keine Schulden aufnehmen. Die Rücklagen pro Einwohner betragen 330 Euro. Beim Wasserpreis gebe es eine Anpassung um fünf Cent pro Kubikmeter, alle anderen Gebühren und Steuersätze könnten stabil gehalten werden. Das 1150-jährige Gemeindejubiläum verbunden mit der 30-jährigen Jumelage wird vom 20. bis 22. Juli unter der Schirmherrschaft von Landrat Hanno Hurth gefeiert.
Hurth eröffnete auch den Reigen der Grußworte. Im Jubiläumsjahr sei er besonders gerne gekommen. Bereits auf der Anfahrt habe er sich über die Illuminierung der Hochburg-Ruine gefreut; dies sei im Zusammenspiel von Gemeinde, der Stadt Emmendingen und dem Landratsamt möglich geworden. Wie nach ihm auch der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (CDU) wies Hanno Hurth auf die guten Wirtschaftsdaten des Landkreises hin. Noch nie habe es im Landkreis mehr Beschäftigte gegeben und die Arbeitslosenquote sei die mit niedrigste im ganzen Land. Hanno Hurth nutze seine Rede zu einem Bericht über die Aufgaben des Kreises als sowohl kommunale wie staatliche Einrichtung. Als Kommune sei der Landkreis beispielsweise für die Müllentsorgung zuständig. Als staatliche Behörde ist im Landratsamt neben der Kfz-Zulassung das Baurecht und der Naturschutz angesiedelt. Ein Schwerpunkt der Kreispolitik sei der öffentliche Personennahverkehr. In dessen Ausbau (Breisgau-S-Bahn 2020) würden allein 2012 2,9 Millionen Euro investiert. Schließlich sei der Landkreis Träger des Kreiskrankenhauses. Zur Jahresmitte werde der Ergänzungsbau beispielsweise mit modernen, komfortablen Zwei-Bett-Zimmern fertig gestellt. In den neuen Kreißsälen kämen bereits seit einem Jahr Kinder zur Welt. "Wir haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen" schloss Hanno Hurth seine Rede und wünschte allen "ein gutes, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2012".
Peter Weiß, der etwas verspätet direkt von einem anderen Neujahrsempfang eintraf, rief zu nächst auch die guten Wirtschaftsdaten in Erinnerung. Kein anderes Land in der EU habe die Finanz- und Wirtschaftskrise so gut und schnell wie Deutschland bewältigt, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. Nun gelte es, die Ursachen der Krise anzugehen und die internationalen Finanzmärkte zu regeln. Motor dieser Entwicklung – wie Europas allgemein – seien Frankreich und Deutschland.
Diesen Ball nahm sodann Bürgermeister Farbien Bonnet aus der Partnergemeinde Andlau auf. Es sei ihm ein "großes Vergnügen" in Sexau zu sein, so der Elsässer. Er gab einen Bericht über die Ereignisse in Andlau. Im Jubiläumsjahr möge die Verbundenheit der beiden Gemeinden weiter wachsen und so Europa stärken. Auf das Jubiläum freue er sich und werde es mit vielen Elsässern gemeinsam in Sexau feiern. Mit einem humorigen Vortrag in elsässisch leitete Alt-Bürgermeister Maurice Laugner gelungen zum Unterhaltungsprogramm über. Gymnastik- und Wettkampfriegen des Turnvereins zeigten ihr Können und die Landfrauen trugen ihr Siegeslied " Rutsch a bissili näher" vom Gesangswettstreit vor. Der Fasnachts-Club lies seine Garde aufmarschieren: Ballett in Höchstform zu John Miles Klassiker "Music was my first Love". Last but not least: Flotte Musik vom Musikzug des Turnvereins.
Autor: Christian Ringwald


