Spritzige Dialoge, witzige Charaktere

Helena Kiefer

Von Helena Kiefer

Sa, 25. Oktober 2014

Sexau

Der CVJM Sexau begeistert mit der Krimikomödie "Das Schweigen im Wald".

SEXAU. Der Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) Sexau wird meist verbunden mit christlicher Jugendarbeit, mit Jungschargruppen oder Jugendkreisen. Durch Hilfe von Raphael Gottlieb, Profimmusiker und Mitarbeiter im CVJM, konnte vor eineinhalb Jahren eine Theatergruppe ins Leben gerufen werden. Die hat sich jetzt zum ersten Mal vor Publikum präsentiert – mit dem Stück "Das Schweigen im Wald."

Geschrieben wurde das Stück von Gottlieb, der auch Regie führte. Die Kriminalkomödie lockte am Donnerstagabend rund 50 Besucher in den Sexauer Gemeindesaal. Ein buntes Publikum genoss spritzigen Dialoge, komisch-witzige Charaktere und die Freude der jungen Schauspieler. Das Stück erzählt die Geschichte des chaotischen Kommissars Hector(Philipp Streich), der ohne seinen Assistenten Meier (Marcel Hiller) wohl völlig aufgeschmissen wäre.

Der Polizeichef (Florian Schrodi) und seine Affäre, Mitarbeiterin bei der "Spusi", Frau Dr. Engler (Theresa Gatz), gerieten ins Fadenkreuz der Ermittlungen, weil neben ihrem Zelt, in dem sie das Wochenende verbrachten, eine vermeintliche Leiche gefunden wurde – die Frau des Polizeichefs (Janina Majcen). Eine eifrige Zeugin, die Försterin Niederhuber (Sofie Heucher) versuchte beherzt, dem Assistenten Meier zu helfen – selbstverständlich mit ihrem Dackel Watson.

Die Schauspieler gingen in ihren Rollen auf. So wie Marcel Hiller. "Ich würde meine Rolle immer wieder spielen, weil ich selbst gerne Witzchen mache", sagte er. Schauspielerisches Talent zeigten auch Sofie Heucher und Janina Majcen, als die Gruppe von Frau Dr. Engler mit einer Waffe bedroht wird: die Mädchen mimen überzeugend erschrockene Zeuginnen, deren Leben gerade bedroht wird. Janina Majcen sagt: "Die Rolle gefällt mir, weil ich eine Person spiele, die sehr entgegen meinem eigenen Charakter ist. Sie ist bissig und eingebildet."

Theresa Gatz überzeugt als hinterlistige Spurensucherin, die sich als Geliebte des Polizeipräsidenten gerne ihre Nebenbuhlerin aus dem Weg schaffen würde und dies auch versucht. "Bei den Proben hat sich eine besondere Situationskomik entwickelt. Versprecher und lustige Momente haben uns während der Proben begleitet."

Florian Schrodi tat sich als Polizeipräsident in der Klemme hervor. Bestimmt wies er seine Kollegen zurecht und ließ sich nicht einschüchtern. Auch Philipp Streich nahm man seine Rolle ab. Zumeist ruhig ließ er den Kommissar auf der Bühne sein, der aber aus dem Nichts heraus wütend oder aufgeregt aufbrausen konnte.

Trotz einiger Nervosität und ein paar Texthängern war die Gruppe sehr erfolgreich mit ihrem Auftritt. Stolz war auch Raphael Gottlieb: "Die Jugendlichen sind über sich hinausgewachsen und haben Situationen gespielt, die sie im wahren Leben niemals tun würden. Sie haben zum richtigen Zeitpunkt ihre beste Leistung gebracht."

Gottlieb hat selbst als Jugendlicher Theater gespielt und eine Gruppe geleitet. "Das Schweigen im Walde" ist das fünfte von ihm geschriebene Stück, das zur Aufführung kam.