Von kleinen und großen Missgeschicken

Heike Hartmann

Von Heike Hartmann

Mi, 10. Februar 2016

Sexau

Der 50. Lafrischoppen in Sexau für alle lauten Sexauer Männer und die Frauen hatte sogar "internationale" Gäste im Programm.

SEXAU. Pünktlich 11.11 Uhr begann im evangelischen Gemeindesaal in Sexau der 50. Lafrischoppen am Rosenmontag, wo auch die Frauen einen kräftigen Schluck mit der rechten Hand zur ersten Strophe des Lafri-Liedes nehmen dürfen, die da so erklang: "Am Rosenmontag bin ich geboren: Die Emmendinger schickten mich fort ! Im Gasthaus Lerche habe ich geschworen, es gibt ’ne Fasnet hier am eignen Ort."

Der Verein wurde 2015 um 18.48 Uhr neu gegründet, berichtete der Vorsitzende Gunter Härer. Der Name wird auch in Verbindung gebracht mit der badischen Revolution aus dem Jahre 1848. Der Verein traf sich aber zum Rosenmontagsfrühschoppen zum 50. Mal. In der nunmehrigen Funktion des Präsidenten moderierte Gunter Härer das Programm. Etwa 80 Gäste lachten, sangen, schunkelten und feierten kräftig mit. Nach dem Einmarsch der Aktiven auf die Bühne, der Sicherheitsunterweisung der Stewardessinnen Stefanie Kasper, Jasmin Hörer, Christine Wieber und Tanja Härer erklang "Lustig ist das Zigeunerleben". De Bott, Marcel Hiller, überbrachte im Singsang die neuesten Dorfgeschichten. So verriet er, dass Martin, der Bäcker, beim Teig das Salz vergessen hat, und dass eine Dame des Ortes sich wunderte, wieso alle 14 Tage Vollmond eingetragen sei im Kalender, den sie vor sich hatte. Man klärte sie darüber auf, dass sie den Abfallkalender lese – und dort ist der Rhythmus der Müllabfuhr vermerkt.

Marcel Hiller berichtete von einem Problem der jungen Leute mit der Handhabung des Smartphones im Baumarkt. Beide Gesprächspartner suchten sich, am Telefon sprechend, vergeblich. Zwei Stunden liefen sie kreuz und quer durch den Baumarkt, ohne irgend etwas einkaufen zu können. Letztendlich stellten sie fest: Der eine war in Freiburg, der andere in Emmendingen; sie beschlossen, in Zukunft GPS einzuschalten.

Es folgten Paula und Klärli (Ingrid Fritz, Irmgard Emmenecker) mit einer lustigen Parodie, im Singsang dargeboten. Sie berichteten vom Schweigen der Lämmer in Trachtenklamotten und bezeichneten die neue Frisur einer Glatze in Sexau mit "Modell Landebahn". Darauf folgten dann die Bänkelsänger, Selli klei Wild, mexikanische Hühner, der Bergdoktor, die Büttenrede, Antonio, die Trauerwieber und das Ganze gipfelte im Finale mit einem gemeinsamen Fasnetlied.

Gunter Härer berichtete, dass Lafri aus dem Alemannischen vom Labern, Schwätzen komme: Die Sexauer Männer seien ständig in Emmendingen zum Frühschoppen rausgeflogen, weil sie so laut waren. Also dann, bis zum nächsten Jahr!