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14. November 2017 16:59 Uhr

BZ-Interview

Sexauer Landfrauen wollen mit Video neue Mitglieder gewinnen

Die Sexauer Landfrauen gehen in die Offensive: Mit einem Youtube-Video wollen sie ihr Image weg von den nur kochenden Hausfrauen zum breit aufgestellten Verein ändern.

  1. Im Video zeigen die Sexauer Landfrauen wird erzählt, wie sich drei junge Frauen allmählich für die Landfrauen interessieren. Foto: Screenshot/Youtube

  2. Bärbel Schillinger, Sprecherin der Landfrauen Sexau, will neue Mitglieder gewinnen. Foto: Heike Hartmann

Anika Maldacker hat Bärbel Schillinger von den Landfrauen Sexau gefragt, was das Ziel ist und wo der Verein steht.

BZ: Welche Botschaft wollen Sie mit den Landfrauen mit diesem Video verkünden?

Schillinger: Die Landfrauen haben noch das Image, nur ältere Frauen und Bäuerinnen dabei zu haben. Davon wollen wir wegkommen, denn wir nehmen auch junge Frauen auf, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben. Wir sind einfach Frauen jeden Alters vom Land. Jung und Alt können gemeinsam anpacken.

So werben die Sexauer Landfrauen im Internet für ihren Verein:



BZ: Wie kam es zur Idee, einen Werbefilm für Ihren Verein zu drehen?

Schillinger: Das Video entstand nach einem Seminar namens "Fit für Veränderungen", in dem wir uns gefragt haben, was wir tun können, um auch für jüngere Frauen interessant zu werden. Wir haben nur durch Tod Schwund. Die Mitglieder sterben uns weg. Zunächst wollten wir einen Werbefilm wie die Emmendinger Feuerwehr drehen, die auch Mitglieder sucht. Der Film lief sogar im Kino. Aber das war zu teuer. Also haben wir beschlossen, das Video auf Youtube zu stellen. Der Film war trotzdem nicht ganz günstig, da wir professionelle Unterstützung hatten. Mehr will ich zu den Kosten nicht sagen.

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BZ: Wie alt sind die Landfrauen Sexau durchschnittlich?

Schillinger: Vor vier Jahren lag der Durchschnitt unserer 150 Mitglieder bei 66, nun dürfte er bei 65 Jahren liegen. Die ältesten Mitglieder sind über 90, die Jüngste ist 22 Jahre alt.

BZ: Im Video wird gezeigt, wie drei junge Frauen Mitglieder bei Ihnen werden, obwohl sie zuvor ablehnend waren. Wie ist die Resonanz auf das Video in Sexau?

Schillinger: Wir haben zwei Neuanmeldungen, seit es Ende September online ging. Die Aktion hat Aufsehen erregt und wir merken, dass das Video in aller Munde ist. Aber es braucht auch seine Zeit. Die drei jungen Frauen aus dem Video sind noch nicht Mitglied, aber sehr interessiert. Sie sind noch in der Ausbildung.



BZ: Zuletzt stieg die Lust auf’s Land. Durch Magazine und Freizeitbeschäftigungen wie Wandern wurde das spürbar. Merken Sie davon etwas?

Schillinger: Wir versuchen darauf einzugehen. Bei uns gibt es Vorträge zu den Themen Gesundheit, wir veranstalten Bastelaktionen, Nähkurse, Gymnastikkurse oder Bogenschießen. Vor zwei Jahren haben wir im Zuge der Debatte um Nahrungsmittelverschwendung einen Kochkurs zum Thema Resteverwertung angeboten. Und Regionalität spielt bei uns natürlich eine große Rolle.
Zur Person:

Bärbel Schillinger (52), wohnt in Maleck, ist seit zehn Jahren bei den Landfrauen Sexau und seit 2011 im Vorstand.

Autor: Anika Maldacker