Silber für Morath, Blech für Gluth

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Mo, 23. Juli 2018

Mountainbike

Trotz einiger Medaillen für die Mountainbiker aus der Region Freiburg läuft bei der Deutschen Meisterschaft nicht alles nach Plan.

MOUNTAINBIKE. Von der Deutschen Meisterschaft in St. Ingbert ist die Freiburgerin Adelheid Morath mit der Silbermedaille zurückgekehrt. Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team gelang dasselbe Kunststück, während der Freiburger Martin Gluth um sieben Sekunden an Bronze vorbeischrammte. In der U 23 gab es für Lexware einen Vierfach-Erfolg.

Bei ihrem erst zweiten Cross-Country-Rennen in dieser Saison wollte die durch Verletzungen gebeutelte Adelheid Morath erst mal "einfach nur am Hinterrad bleiben." Am besten an dem der Favoritin Elisabeth Brandau (Schönaich). Doch Nadine Rieder aus Sonthofen durchkreuzte diese Pläne bereits in Runde eins von sechs, als sie vor Morath fahrend vor einem Doppelsprung aus dem Pedal rutschte und beinahe stürzte. Die Freiburgerin verlor direkt dahinter den Kontakt zu Brandau und kurbelte von da an hinter Brandau alleine an zweiter Stelle. Der Abstand blieb lange bei 30 Sekunden, doch näher heran kam sie nicht mehr.

Die knapp 34-Jährige überquerte mit 54 Sekunden Rückstand auf Brandau (1:25:42) die Ziellinie. "Ich habe versucht das sicher durchzuziehen und bin happy über Silber", versicherte Morath. "Lisa hat diese Saison super Leistungen gezeigt und sich das Meistertrikot verdient", kommentierte die Freiburgerin ihr Resultat einigermaßen erleichtert. Dritte wurde Nadine Rieder mit genau drei Minuten Rückstand vor Hanna Klein (Freiburg), die Bronze um 49 Sekunden verpasste. Das war erstaunlich gut dafür, dass das Training wegen Prüfungsstress bei Klein zuletzt viel zu kurz gekommen war.

Bei den Männern entwickelte sich im Kampf um die Medaillen ein spannendes Rennen, das Lexware-Fahrer Georg Egger und der Freiburger Martin Gluth mitbestimten. Favorit Manuel Fumic (Kirchheim/T.) hielt sich im Spitzenquartett erst mal zurück und trat erst drei Runden vor Schluss an der Spitze in Erscheinung, als sich Egger, Gluth und der Essener Ben Zwiehoff etwas müde gefahren hatten.

Dem Antritt des Schwaben konnte erst mal nur Egger folgen, Zwiehoff kassierte zehn Sekunden Abstand und Gluth weitere fünf. Weil Fumic den 23-Jährigen nicht abschütteln konnte, begann er in der Schlussrunde zu taktieren. Allerdings kam von Egger keine Attacke mehr, weil ihm ein folgenschwerer Lapsus unterlief. Er dachte, es wäre noch eine Runde mehr zu fahren. Irgendwas hatte er falsch interpretiert und die Glocke zur Schlussrunde überhört. Egger fuhr mit einer Sekunde Rückstand hinter Fumic als Zweiter etwas konsterniert über die Ziellinie.

"Ich habe mich super gefühlt und wollte mich auf die letzte Runde fokussieren. Ist natürlich meine Schuld, aber es ist ärgerlich", meinte der Vizemeister zerknirscht. Zu gerne hätte er gewusst, ob er in seinem ersten Elite-Jahr den 36-Jährigen Fumic hätte gefährden können. "Aber sicher ist Silber auch total geil."

Martin Gluth hätte auch gerne eine Medaille gehabt. Doch ihm fehlten auf Ben Zwiehoff am Ende sieben Sekunden. "Bis zur Hälfte dachte ich sogar, dass ich hier gewinnen könnte. Ich hatte eigentlich alles im Griff, aber am Ende hat ein bisschen gefehlt. Es war knapp, deshalb ist es ärgerlich", bekannte Gluth, der mit neun Sekunden Differenz auf Fumic gemessen wurde. Die Münstertäler Johannes Bläsi und Julian Schelb belegten die Plätze zehn (+4:52) und zwölf (+5:31). Im Rennen der U 23 feierte das Lexware-Team einen Triumph. Max Brandl riss durch eine Attacke in Runde zwei die entscheidende Lücke und wiederholte seinen Erfolg vom Vorjahr. "Es ist natürlich wunderschön, den Titel zu verteidigen", sagte der Freiburger. Dass hinter ihm in Luca Schwarzbauer (+0:45) und Vinzent Dorn aus Kirchzarten (+0:50) zwei weitere Lexware-Fahrer die anderen Medaillen abräumten und der Freiburger Jannick Zurnieden auch noch Vierter (+1:33) wurde, machte die Angelegenheit für seinen Rennstall richtig rund.

Lexware-Teamkollege Lars Hemmerling holte sich in der U19 Bronze, Bruder Thore gewann die U-17-Kategorie. In der weiblichen Jugend U 17 wurde Alessia Riesterer aus Münstertal 15., Antonia Enderlin fuhr vier Sekunden später als 16. über die Ziellinie. In der U 15 wurde Fredrik Metz vom SV Kirchzarten Zehnter.