Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
04. Februar 2012
GANZ NEBENBEI: Sibirisch, fast
Brrr! Für Leute, die sich draußen aufhalten müssen, ist die strenge Kälte kein Spaß. Alle anderen dürfen sich trösten: Dieses Land hat eine funktionierende Versorgung mit Holz, Öl und Gas, gut gefüllte Lebensmittellläden und zuverlässige Heizungsbaufirmen, falls mal irgendwo der Ofen aus geht. Außerdem: Das Rettende naht – denn die Narren werden mit Kräften den Winter vertreiben. Am Donnerstag war zudem Mariä Lichtmess’ wo man mit vielen Kerzen eine "Lichtermesse" hielt und die Tage schon wieder merklich länger werden ("On de Liechtmess, s’spinne vergess, bi Tag z’Nocht ess’", heißt ein alter Spruch dazu). Und noch ein Trost für alle, die schon jetzt vor Kälte bibbern, wenn sie ans Narrentreffen Niederwinden nur denken: Es gibt dort überall heiße Getränke. Und was sind schon zehn Grad unter Null? Für Fasnetsamstag, 18. Februar, sind gar schattige minus 41 Grad vorhergesagt – aber nicht für Niederwinden, nein, für Jakutsk (Mittelsibirien). Nichts Ungewöhnliches übrigens in jener Gegend für die Jahreszeit. Aber dort gibt’s wohl ja auch keine Fasnetumzüge?
Werbung
Auch die Elztäler haben ein "frostiges" Vokabular: Ein Iismogge etwa ist ein Eisklumpen. Wenn’s eim schuuderet heißt das, es schüttelt einem vor Kälte (oder vor Grauen), während schluudere in diesem Fall nicht schludern bedeutet, sondern das Rutschen, das Gleiten auf dem Eis. Eine Schluuderi, das ist dann eine mehr oder wenige improvisierte Eisbahn, etwa auf einer Matte (Wiese). Recht kalt ist’s, wenn einer sagt: S’friert mi on’s Fidle! Im Schriftdeutschen gibt’s dafür einen bekannten ähnlichen Ausdruck, nur etwas kürzer und "kühler"...
Der Spruch zum Sonntag kommt aus Josef Webers Buch "Elzacher Bräuche":
"Immer fröhlich und vergnügt,
bis der Spatz zwei Zentner wiegt."
Autor: Bernd Fackler
