GANZ NEBENBEI: Trinkhallen-Tag

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 25. August 2018

Gutach im Breisgau

Das ist natürlich Künstlerpech jetzt: Nachdem wochenlang auch das Elztal nur noch Sahara-Temperaturen meldete, kommen ausgerechnet und pünktlich zum Elzacher Stadtfest Temperatursturz und Nässe. Ob’s im Ruhrgebiet anders ist? Dort wird am heutigen Samstag der "Tag der Trinkhalle" überall gefeiert. Trinkhalle, auch Büdchen genannt, das ist eine Art Kiosk mit Flaschenbierausschank. Ein Geheimtipp sei Hugos Trinkhalle, wo es außer Bier auch den "schönsten Sonnenuntergang von Gelsenkirchen" gibt, wie ein Stammgast verrät. Nun lassen wir mal die Kirche im Dorf und das Bier im Elztal: Vom Getränkeangebot her kann Elzachs Stadtfest sicher mit dem "Tag der Trinkhalle" im Pott locker mithalten. Nur in punkto "schönster Sonnenuntergang von Gelsenkirchen" muss das komplette Elztal leider passen.

Achtfelsen-Jahr

Vor 25 Jahre war das Fest des Jahres im ganzen Elztal die 700 Jahrfeier von Yach mit dem imposanten Festumzug durch "d’Eich" als Höhepunkt. Noch eins drauf setzten bis heute unbekannte "Täter", die dem Wahrzeichen Yachs, dem Siebenfelsen, in einer nächtlichen Kraxelaktion einen achten "Kawenzmann" oben drauf setzten – nicht aus Stein zwar, sondern aus felsgrauem Pappmaché, aber auch das muss man erst mal schaffen. Dazu gab’s dann noch einen fingierten Brief (fake news also damals schon!) eines "Urlauberehepaars Konwintschny vom Ruhrpott", die ihrem "Ärger" über die Aufstockung des Siebenfelsens Luft machten: "...Yach hat doch so eine Protzerei nicht nötig und man weiß ja, wie das enden kann – siehe so manches Lenin-Denkmal..." Und Oskar Ketterer aus Elzach dichtete im Yacher Festzelt spontan, als auch er von dieser Siebenfelsen-Erhöhung hörte: "Liebe Leute von der Eich, dieses war der achte Streich..."

Onkel Fritz-Witz

In der Freiburger Straßenbahn fällt dem kleinen Georg, der mit seiner Mutter vom Elztal erstmals mit in die Stadt durfte, eine stark geschminkte Frau auf. Er zeigt mit dem Finger auf sie und ruf:t "Jeh, Mamma, isch die o’gmolt!" Der Mama ist das peinlich, sie sagt ihrem Sohn was ins Ohr. Später steigt ein Punker zu, mit Nasen- und Lippenringen und blauem Irokesenschnitt. Der kleine Georg ist unsicher und sagt dann laut zur Mutter: "Mamma, gell, über der schwätze mr deheim?!"

Bahn-Durchsage

"Heimat" ist im Heimattage-Jahr 2018 im Elztal in Mode. Wir fänden es schön, wenn auch die Breisgau-S-Bahn noch heimatlicher daher käme. Wenn beispielsweise die üblichen Durchsagen ("Dieser Zug endet hier … Bitte nehmen Sie Ihre persönlichen Gegenstände... etc). heimatverbundener wären. Pionierarbeit leistete hier vor Jahren ein bekannter Ladhöfer Lachs- und Latscharipoet (LaLaLaPo), der in einer Männerversammlung einst sein Publikum so verabschiedete: "Vergesst nit Montel, Schirm und Kappe – e Grueß deheim on d’Mamme un de Bappe!" Genau diesen Spruch könnten wir uns auch sehr gut als Durchsage in der Elztalbahn vorstellen.