Ku(h)ltur pur auf dem Land

Horst Dauenhauer

Von Horst Dauenhauer

Di, 21. März 2017

Simonswald

Die "Bure zum Alange" gaben zum Abschluss des Bildungswerksjubiläums ihre Erkenntnisse weiter.

SIMONSWALD. Einen Abend der besonderen Art bot das katholische Bildungswerk des Mittleren Elz- und Simonswäldertals zum Ausklang seines Jubiläums zum 50-jährigen Bestehen. Der Verein hatte die "Bure zum Alange" engagiert, die im ausverkauften Krone-Saal das Publikum begeisterten. Die Bildungswerksvorsitzende Veronika Weis, die über die gute Resonanz sehr erfreut war, versprach Ku(h)ltur pur und hieß die beiden Bure, alias Nikolaus König und Wolfgang Winterhalter, herzlich willkommen.

Die beiden Kabarettisten, die den Melkschemel mit dem Mikrofon tauschten, freuten sich, dass sie nach 17 Jahren endlich mal im Tal auftreten durften. Sie erklärten kurz, dass sie vom Hochschwarzwald, König von Breitnau und Winterhalter von Rudenberg, stammen – im richtigen Leben also gestandene Schwarzwaldbure sind. Dann legten sie auch schon los und gaben im trockenen Dialog und Dialekt, aufgelockert mit Musik und Gesang, humorvolle Einblicke in das schwere Leben der Landwirte.

Es war eine Zeitreise durch die Geschichte der Bauern im Schwarzwald. Sie erzählten Erlebnisse und Anekdoten aus dem schwarzen Wald, an die sich besonders die Landwirte im Saal gut erinnern konnten. Vom Steine-Auflesen, Pflügen Kartoffeln-Setzen und Ernten, bis zum zuckenden Weidezaun war die Rede. In Riebelehose und Bauernhemd kam Bauer König auf die Bühne, begleitet von seinem Partner Winterhalter, der im Lodenjanker und Tiroler Hut den Kurgast darstellte. Dieser kam bereits vor 40 Jahren als Urlauberkind auf den Bauernhof, musste Einiges aushalten und mit sich an die rustikalen Umgangsformen gewöhnen. Gastgeber König warf im Einiges an den Kopf, er schimpfte derb über viele Dubel, die in Wald und Flur unterwegs sind. Der Kurgast lästerte darüber, dass im Hof nur schleichendes Internet vorhanden ist. Das Gülle-Ausfahren war ein weiteres duftendes Thema. Ein Gülle-GPS wäre gut, damit der Bauer wieder heim findet. Weitere Informationen hält der Bur auf http://www.mir-stinkts.de bereit. Angeboten werden geführte Wanderungen am Seil hinter seinem Traktor.

Der Gast plädierte für betonierten Bodenschutz. Den Mountainbikern ruft der Bauer zu: "weg oder ich kratz di usem Profil". Bauern machen auch gerne Wunderfitzfahrten, talauf, talab, um zu erkunden, was sich im Umkreis alles abspielt. Lustige, aber auch besinnliche Lieder rundeten das bunte Programm ab. Wie im Flug verging der bäuerliche Abend und das begeisterte Publikum verlangte einige Zugaben.