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06. Januar 2012 15:41 Uhr

Irrfahrt durch den tief verschneiten Schwarzald

"Schnapsidee" vom Navi

Die heftigen Schneefälle in den Höhenlagen brachten einen Urlauber aus Italien und seine kleine Tochter in der Nacht auf Dreikönig in eine prekäre Situation. Doch alles ging gottseidank gut aus.


SIMONSWALD/SCHÖNWALD. Die heftigen Schneefälle in den Höhenlagen brachten einen Urlauber aus Italien in der Nacht auf Dreikönig in eine prekäre Situation, so berichtet die Polizei: Der Mann war gegen 22 Uhr mit seinem SUV (also eine nur bedingt geländegängige Sportlimousine) mit Sommerreifen auf einer ihm unbekannten Straße von der Fahrbahn abgekommen. Das Auto, in dem sich auch die fünfjährige Tochter des Mannes befand, hatte sich auch aufgrund der ungeeigneten Bereifung im Anschluss festgefahren, so die Polizei weiter. Immer stärker werdender Schneefall, Kälte, nur sporadischer Handyempfang, kaum noch Benzin und fehlende Sprach- und Ortskenntnisse brachten die zwei in eine nicht ganz ungefährliche Situation. Mit etwas Glück konnte der Mann eine SMS an deutsche Bekannte aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis absetzten. Diese verständigten die Polizei, ohne genau sagen zu können, wo sich das in Not geratene Auto mit Vater und Tochter befindet. Die Bemühungen der Polizeibeamten aus St. Georgen und Waldkirch blieben wegen verschiedener Widrigkeiten lange erfolglos.

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Erst als es gelang, einen kurzen Kontakt via Mobiltelefon des Mannes herzustellen, führten die spärlichen Angaben: "Schönwald – B 500 - Michaelskapelle" die Ermittler gegen Mitternacht zu den beiden frierenden Gästen aus dem Süden, denen die anfänglich "sympathischen" Schneefälle mittlerweile unheimlich geworden waren. Mit Unterstützung der Obersimonswälder Feuerwehr mit einem wirklich geländegängigen Fahrzeug erreichten die Retter das fast komplett eingeschneite Auto sozusagen in "letzter Minute". Erste Befragungen ergaben, dass sich der Regen am Ortseingang Simonswald während der Fahrt mit jedem Höhenmeter in zunehmenden Schneefall veränderte. An der Abzweigung Griesbach war die Straße zumindest noch befahrbar, was den Mann bewegte, dem Vorschlag seines Navigationsgerätes anzunehmen und den kürzesten (aber nicht sichersten!) Weg über die Michaelskapelle Richtung Schönwald zu wählen. Dies stellte sich bald als fataler Fehler heraus. Vor allem deshalb, weil nach ihm aufgrund des Wetters und der vorgerückten Stunde kein einziger Verkehrsteilnehmer mehr diese Route wählte. Irgendwo im Wald, zwischen Griesbach und Kolmenhof, endete die Fahrt dann im Graben.
Ach ja: Als Polizei und Feuerwehr Vater und Tochter wohlauf im Auto sitzen hatten, strömte ihnen eine starke Alkoholfahne entgegen. Auch dieser Umstand löste sich in Wohlgefallen auf: In der Verzweiflung ernährte sich die Tochter beim Warten im Auto von Schokolade und der Vater an Pralinen, die er als Mitbringsel aus dem Schwarzwald als einziges Nahrungsmittel dabei hatte, gefüllt waren die Pralinen mit Schwarzwälder Kirschwasser…

Autor: Polizeidirektion Emmendingen / Rocco Braccio